Am Montag Warnstreik im kommunalen Nahverkehr

ver.di Baden-Württemberg ruft am Montag zum Warnstreik im kommunalen Nahverkehr in Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz auf. Die Streiks finden im Rahmen bundesweiter Arbeitsniederlegungen statt. Die Tarifverhandlungen für die rund 6.700 Beschäftigten in den sieben kommunalen Nahverkehrsbetrieben zwischen ver.di Baden-Württemberg und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) waren am 20. Januar ohne Angebot vertagt worden. In den betroffenen Verkehrsunternehmen findet am Montag voraussichtlich den ganzen Tag kein Fahrdienst statt.

Jan Bleckert, ver.di Verhandlungsführer: „Wir akzeptieren, dass die Finanzausstattung der Kommunen diese Tarifrunde mit beeinflusst. Wir akzeptieren nicht, dass die kommunalen Arbeitgeber die Beschäftigten mit der ständigen Androhung von Leistungskürzungen und Preiserhöhungen für Fahrgäste erpressen wollen. Am Montag setzen wir ein klares Signal: Wer in Tarifverhandlungen Arbeitsbedingungen verschlechtern, statt verbessern will, muss mit erheblichem Widerstand rechnen.“

ver.di fordert unter anderem die Anhebung des Nachtzuschlags, des Sonntagzuschlags, Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe, eine Anhebung des Überstundenzuschlags sowie eine Anhebung des Samstagszuschlags. Im Nachgang der Mantelrunde 2024 war letztes Jahr mit den Arbeitgebern vereinbart worden, weitere Verbesserungen im Jahr 2026 verhandeln zu können. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 9. Februar.

Aktuell liegt der Stundenlohn für Überstunden ohne Zuschläge unterhalb des regulären Stundenlohns. Faktisch ist deshalb Mehrarbeit für die Arbeitgeber billiger als zusätzlicher Personaleinsatz.

In allen 16 Bundesländern finden Tarifrunden zu den Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr statt. Betroffen sind bundesweit knapp 150 kommunale Unternehmen in ebenso vielen Städten und Landkreisen sowie in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Um neu verhandeln zu können, wurden in 15 Bundesländern die Flächentarifverträge über die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gekündigt, zudem die Haustarifverträge der Hamburger Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland werden zusätzlich die Löhne und Gehälter der Beschäftigten verhandelt.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/arbeitsmarkt/201877/am-montag-warnstreik-im-kommunalen-nahverkehr/

Schreibe einen Kommentar