Trotz schwacher Konjunktur bleibt der Arbeitsmarkt im baden-württembergischen Handwerk robust. Die Betriebe halten an ihren Fachkräften fest und suchen weiter Personal – und im Bau mehren sich die Signale für eine mögliche Belebung im Jahr 2026.
„Das Handwerk bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein verlässlicher Arbeitgeber im Land. Unsere Betriebe suchen weiterhin Fachkräfte und bieten sichere Perspektiven“, sagt Rainer Reichhold, Präsident des Spitzenverbands Handwerk BW. Die Arbeitslosenquote im Handwerk lag im Dezember bei 2,1 Prozent und damit weiterhin deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Wert von 4,5 Prozent.
Die Zahl der offenen Stellen blieb im Gesamthandwerk konstant. Während im Bauhandwerk ein Zuwachs verzeichnet wurde, ging sie im produzierenden Handwerk leicht zurück. Auf eine offene Stelle kamen 2,1 Arbeitssuchende (Dezember 2024: 1,9) – in der Gesamtwirtschaft waren es rund dreimal so viele. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Vakanzzeit deutlich von 233 auf 202 Tage. Besonders in einzelnen Bauberufen sowie im Metallhandwerk konnten Stellen spürbar schneller besetzt werden.
Das Plus an offenen Stellen im Bau- und Ausbaubereich nährt die Hoffnung auf eine konjunkturelle Trendwende. „Hier sehen wir erste positive Signale. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann 2026 wieder mehr Dynamik entstehen“, so Reichhold. Mit Blick auf die Fachkräftesicherung fordert Handwerk BW mehr Fairness zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Konkret spricht sich der Verband für eine Erhöhung der Meisterprämie auf 3.000 Euro, eine verlässliche Modernisierungsplanung für die Bildungsstätten sowie eine vierjährige Antragsfrist für die Meistergründungsprämie aus. Zusätzlich braucht es gesicherte, günstige Kredite für Gründungen und Betriebsnachfolgen. Der vollständige Fachkräftebedarfs-Monitor Dezember 2025 ist hier abrufbar.
PM Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.