Diese Woche Branchenstreiktage im öffentlichen Dienst – heute Zentren für Psychiatrie

Mit bundesweiten Branchenstreiktagen weitet ver.di die Arbeitsniederlegungen in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder diese Woche deutlich aus. Heute streiken Beschäftigte an acht Standorten der Zentren für Psychiatrie, um die Belastungen in den Gesundheitsberufen in den Fokus zu rücken. In Calw, Zwiefalten, Weinsberg, Emmendingen, Winnenden, Bad Schussenried, Reichenau und Weissenau wird heute ganztägig gestreikt, es wird in den Zentren zu teilweise erheblichen Einschränkungen im Tagesablauf kommen. Über Notdienstvereinbarungen wird die sichere Versorgung der Patient:innen gewährleistet. Außerdem wird beim ASB in Heilbronn am Montag und Dienstag die Arbeit niedergelegt.

Zusätzlich wird heute am Staatstheater in Stuttgart gestreikt, nachdem das Landestheater in Karlsruhe bereits am Freitag bestreikt wurde.

Am Mittwoch folgt der Campus-Streiktag: dann sind Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen in Tübingen, Heilbronn, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Ulm, Stuttgart und Hohenheim betroffen.

Den Abschluss macht am Donnerstag ein bundesweiter Jugendstreiktag. In Baden-Württemberg wird in Karlsruhe auf die Situation der Nachwuchskräfte aufmerksam gemacht.

Jakob Becker, ver.di Landesfachbereichsleiter Gesundheit und Soziales: „Menschen, die wegen schwerer psychischer Erkrankungen auf Hilfe angewiesen sind, brauchen engagiertes und qualifiziertes Personal in den Einrichtungen. Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Zentren müssen so sein, dass sie den Rücken frei haben für ihre Arbeit. Heute kämpfen sie für sich selbst.“

Warnstreiks am 28. Januar nach ver.di Bezirken:

Fils-Neckar-Alb:

u.a. Universität und Studierendenwerk Tübingen, außerdem Landesamt für Denkmalpflege, RP Tübingen, Vermögen und Bau, Landestheater Tübingen. 11:45 Uhr Kundgebung, Geschwister-Scholl-Platz.

Heilbronn-Neckar-Franken:

Hochschule Heilbronn, DHBW, Studierendenwerk.

Südbaden Schwarzwald:

Universität Freiburg.

In Konstanz HTWG und die Universität sowie das ZfP Reichenau, 10:30 Demonstration Auftakt: Münsterplatz.

Mittelbaden-Nordschwarzwald:

Universität und Hochschule Karlsruhe.

Rhein-Neckar:

Universität und Studierendenwerke Mannheim und Heidelberg, TH Mannheim, Pädagogische Hochschule Heidelberg. DHBW Mannheim, verschiedene Leibnitz Institute sowie die Musikhochschule Mannheim.

Treffpunkt zur Demo 10 Uhr Schwanenteichanlage Heidelberg, ab ca. 11 Uhr Kundgebung Universitätsplatz Heidelberg.

Ulm-Oberschwaben:

Universität Ulm, Technische Hochschule Ulm.

Stuttgart:

Hohenheim: Uni, Studierendenwerk und Staatsschule für Gartenbau. Uni Stuttgart.

Jugendstreiktag am 29. Januar in Karlsruhe:

u.a. Azubis ZfP Calw und KIT.

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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