Über 1.000 streiken im öffentlichen Dienst der Länder vor zweiter Verhandlungsrunde

Bei den Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder haben gestern und heute in Baden-Württemberg unmittelbar vor der zweiten Verhandlungsrunde über 1.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Nachdem bereits gestern rund 250 Streikende an Aktionen am Psychiatrischen Zentrum in Wiesloch sowie aus Landesdienststellen in Esslingen teilgenommen hatten, wird heute in Tübingen, Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim gestreikt. Betroffen sind Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerke, das KIT sowie weitere Landeseinrichtungen wie beispielsweise in Stuttgart auch die Wilhelma. Insgesamt sind heute rund 800 Kolleginnen und Kollegen im Warnstreik.

Maike Schollenberger, ver.di Landesbezirksleiterin: „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder liefern jeden Tag erstklassige Arbeit für unser Land ab. Ihre Bezahlung ist im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen zweitklassig. Wir erwarten in der zweiten Verhandlungsrunde von den Arbeitgebern klare Signale, dass sie bereit sind, diese Lücke zu schließen.“

Warnstreik am Mittwoch in Tübingen:
Universität Tübingen, Studierendenwerk Tübingen, KBF Tübingen, Vermögen und Bau BW Tübingen, Regierungspräsidium Tübingen, Landesamt für Denkmalpflege, Landestheater Tübingen.
Kundgebung in Tübingen am 14.1. um 11:45 Uhr am Geschwister-Scholl-Platz vor der Uni.
Kontakt: Jonas Weber 0171 5439245

Warnstreik am Mittwoch in Karlsruhe:
Unter anderem KIT, Regierungspräsidium und weitere Dienststellen.
Demo Mittwoch, 14.1.26 ab 09:00 Uhr, Start Studierendenwerk KA (Adenauerring/Engesserstraße), Kundgebung ca. 10:00 Uhr ver.di Haus – Rüppurrer Str. 1a, 76137 Karlsruhe.
Kontakt: Thorsten Dossow 0170 8595652

Warnstreik am Mittwoch in Mannheim:
Unter anderem Universität und Studierendenwerk Mannheim, DHBW, Bewährungshilfe, Vermögen und Bau BW.
Kontakt: Kathrin Biro 0171 1984814

Warnstreik am Mittwoch in Stuttgart:
Unter anderem Wilhelma, Statistisches Landesamt, BitBW, und LBV, Kundgebung in Fellbach.
Kontakt Albert Teier 0151 11166255

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden sind am 15./16. Januar und am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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