Diese Woche gibt es wieder so viele Jahrestage und aktuelle Ereignisse, dass ich mich auf das beschränke, was nicht schon in den Medien ausführlich behandelt wurde.
Am 5. Januar 1876 wurde Konrad Adenauer, eine der prägendsten Persönlichkeiten der bundesrepublikanischen Geschichte, geboren. Im Dritten Reich war er anfangs noch mutig und versuchte dem braunen Mob entgegenzutreten, aber schnell schafften es die Rechten, ihn mundtot zu machen. Nach 1 1/2 Jahren NS-Terrorherrschaft hat man auch ihn kleingekriegt. Ich denke über mich, dass wenn es bei einem standhaften Mannsbild wie ihm so lange gedauert hat, hätten sie es bei mir wahrscheinlich nach 1 1/2 Wochen geschafft. Trotzdem blieb er sich treu und trug nach dem Krieg wesentlich zur Souveränität und Westintegration der BRD bei. Er musste harte Entscheidungen treffen und Menschen ertragen, die er wahrscheinlich weiß Gott wohin gewünscht hätte, aber zum Wohle seines Landes hat er sie mit eingebunden. Natürlich hat er auch Fehler gemacht, aber alles in allem war er der richtige Mann zur richtigen Zeit. Heute würde er wahrscheinlich keinen Blumentopf mehr gewinnen und darum brauchen wir heute neue Adenauers, die anpacken und von den Leuten akzeptiert werden. Einer davon war Robert Habeck, doch leider sind die Wähler heute so blöd, dass sie lieber Hetzern und Schwätzern trauen, statt denen, die wirklich was anpacken. Wenn sich das nicht ändert, wird es böse enden.
Am 6. Januar 1941 formulierte Franklin D. Roosevelt die vier Freiheiten, die für alle Menschen gelten sollten:
Ehrlich gesagt habe ich davon zum ersten Mal in meinem Leben gehört, halte diese Thesen aber so aktuell wie schon lange nicht mehr, da diese in immer mehr Ländern bedroht sind – ganz besonders in Roosevelts Heimatland. Die 4. Freiheit (Freiheit von Furcht durch globale Abrüstung) muss heute leider anders interpretiert werden, da es immer mehr Schurkenstaaten gibt, die aufrüsten und denen man entgegentreten muss. Die dritte Freiheit (Freiheit vor Not) scheinen die USA auch ein bisschen seltsam zu interpretieren und durch ihr Handeln gerade Not erzeugen. Die erste Freiheit (Redefreiheit) hat allerdings ihre Grenzen, da nicht jeder Stuss gesagt werden darf und viele Müll von sich geben, der zwar noch erlaubt ist, den ich aber nicht hören will. Und dem trete ich in meinem direkten Umfeld auch direkt entgegen. Aber alles in allem sind diese Freiheiten wichtig und müssen jeden Tag aufs neue verteidigt werden.
Dann habe ich neulich die Tagesschau vor 20 Jahren geschaut und habe da gesehen, dass es im Januar 2006 einen Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine gab, was für Engpässe und teure Preise in der EU gesorgt hat. Bereits da hätte die Antwort der Ausbau erneuerbarer Energien sein müssen, doch was wurde – vorne weg von den Unionsparteien – gefordert? Eine Verlängerung der Kernkraftwerke! Irgendwie hat sich da bis heute nicht viel geändert. Damals war man noch auf Gas als Brückentechnologie angewiesen, was wir heute zum Glück kaum noch sind – und Atomkraft brauchen wir schon drei Mal nicht! Uran wird auch aus Russland importiert und auch davon dürfen wir uns nicht abhängig machen. Und hätten wir in den letzten 20 Jahren intensiver am Ausbau regenerativer Energien gearbeitet und in der Speichertechnologie geforscht, könnten wir heute noch weiter sein und wären wohl von Russland weitestgehend unabhängig. Aber das hielt man scheinbar nicht für nötig. Aber die Wähler interessiert das nur bedingt.
Am 6. Januar 2021 wurde das US-Capitol von rechten Terroristen, angestachelt durch Donald Trump, gestürmt. Ohne jeglichen Anhaltspunkt wurde behauptet, Trump wäre der Wahlsieg geklaut worden und die Demagogen glaubten es. Der damalige Vizepräsident Mike Pence, der einen geordneten Übergang vorbereiten wollte, sollte gelyncht und die Einsetzung von Joe Biden verhindert werden. Dies war ein versuchter Staatsstreich und der Verantwortliche war Donald Trump! Und was ist passiert? Nichts! In Brasilien, wo Jair Bolsonaro ähnliches versuchte, wurde er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt und in den USA wurde der Schuldige 4 Jahre später erneut zum Präsidenten gewählt und führt – nicht nur sein Land – in den Abgrund. Ich bin froh, dass seine Zustimmung sinkt, aber er richtet jeden Tag neuen Schaden an, der immer schwerer rückgängig gemacht werden kann. Wenn Trump und Schergen nicht bald gestoppt werden, droht den USA das Chaos und womöglich der Dritte Weltkrieg!
Final muss ich noch auf die Lage in Brandenburg eingehen, wo Abgeordnete des BSW der SPD-Fraktion beigetreten sind und diese jetzt zusammen mit der CDU eine hauchdünne Mehrheit haben. Normalerweise halte ich nichts von solchen Methoden, aber in diesem Fall sehe ich es als das kleinere Übel an. Leider wird es im Osten immer genug Fehlgeleitete geben, so dass das BSW 7-8% erhält und mit einer immer stärker werdenden AfD droht so das nächste Unheil. Zwar würden bei Neuwahlen vermutlich Grüne und Linke wieder in den Landtag einziehen, aber die SPD würde so viel verlieren, dass eine Mehrheit demokratischer Parteien unwahrscheinlich ist. Durch die neue Regierung haben wir zumindest noch Zeit gewonnen, in der zum Wohle von Brandenburg gehandelt werden kann. Im Westen wird das BSW vermutlich keinen Fuß fassen, im Osten aber als Kleinpartei und Mehrheitsbeschaffer der AfD schon, so dass neues Unheil vorprogrammiert ist.
Ich wünsche mir für Deutschland einen modernen Konrad Adenauer, den ich in Daniel Günther sehe, der unser Land aus der Krise führt und der sich AfD und BSW entschieden in den Weg stellt. Für die USA wünsche ich mir einen neuen Franklin D. Roosevelt – dieser könnte Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, sein. Es braucht Erneuerungen – nicht nur in Deutschland und den USA – in Form von lebendiger Demokratie, einer ökosozialen Marktwirtschaft und einem entschiedenen Entgegentreten gegen Demagogen und Staatsfeinde. Sonst sehe ich schwarz für die Zukunft.
Marcel Kunz