Ob Sommer oder Winter – die Urlaubssaison steht bevor und mit ihr die Autos in den Startlöchern. Denn was könnte schöner sein als ein Roadtrip mit Kind und Kegel?
Ein besonders beliebtes Reiseziel ist Österreich. Schließlich ist das Land der Seen und Berge mit dem eigenen Wagen nach nur wenigen Stunden zu erreichen. Bevor es jedoch auf Reisen geht, gibt es noch eine Aufgabe zu erledigen: eine Vignette muss besorgt werden.
Warum eine Vignette in Österreich Pflicht ist
Wer in Österreich die Autobahn oder eine Schnellstraße nutzen möchte, muss Maut zahlen. Hierbei handelt es sich um eine Art Nutzungsgebühr, die den Bau, den Betrieb und den Erhalt der Straßen finanziert. Statt jedoch alle paar Meter an einer Mautstation Halt machen zu müssen, können Touristen ganz bequem eine Vignette für Österreich kaufen.
Das funktioniert in Österreich sowohl analog als auch digital – zumindest noch. Denn ab Februar 2027 hat das Klebe-Pickerl für die Windschutzscheibe ausgedient. Für alle, die dann über eine Autobahn im Land fahren möchten, wird die digitale Version der Vignette zur Pflicht.
Was es beim Kauf einer Vignette zu beachten gibt
Die digitale Vignette können Reisende ganz bequem im Internet ordern. Urlauber, die nur auf der Durchfahrt sind, können sich auf die 1-Tages-Variante beschränken. Sind sie länger im Land unterwegs, gibt es ebenfalls Versionen für zehn Tage, einen Monat oder gar ein ganzes Jahr.
Kauft man eine analoge Vignette, muss diese auf der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden. Und zwar so, dass sie von außen gut sichtbar und kontrollierbar ist.
Etwas anders läuft es bei der digitalen Variante ab. Sie ist an das Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeugs gebunden.
Die vollautomatische Kameraüberwachung auf Österreichs Autobahnen erfasst die Fahrzeugkennzeichen der Wagen, die darauf unterwegs sind. Wird dabei festgestellt, dass keine Vignette digital hinterlegt ist, droht ein Bußgeld – und zwar in rekordverdächtiger Höhe.
Denn im Dezember 2025 zog Österreich nicht nur die Mautgebühren, sondern auch die Strafzahlungen bei Vignetten-Verstößen kräftig an. Vergisst man etwa, die Maut zu entrichten, nutzt man die Autobahn illegal. In diesem Fall drohen Bußgelder bis zu 240 Euro.
Was passiert bei Kennzeichenfehlern?
Beim Kauf einer digitalen Vignette heißt es: die Zahlen genau im Blick behalten. Denn auch ein Zahlendreher im Kennzeichen kann teuer werden. Stimmen Vignette und Kennzeichen nicht überein, muss mit einer verpflichtenden Ersatzmaut gerechnet werden. Diese kostet stolze 120 Euro.
Wichtig: Wer erwischt wird, sollte sich umgehend um eine gültige Vignette kümmern. Ansonsten können sich die Strafzahlungen wiederholen.
Schlimmer noch: Auf „Wiederholungstäter“ können Strafen in Höhe von bis zu 3.000 Euro zukommen.
Sind alle Online-Vignetten in Österreich sofort gültig?
Österreich-Urlauber, die eine sofort gültige Vignette benötigen, sollten sich digital keinesfalls für die Monats- oder Jahresversion entscheiden.
Denn nach europäischem Recht hat man zwei Wochen Zeit, um von einem Onlinekauf zurückzutreten. Daher sind sowohl die Monats- als auch die Jahresvignette erst 18 Tage nach dem Kauf gültig.
Anders verhält es sich bei Kurzzeitvignetten. Sie sind sofort nach dem Bezahlen einsatzbereit.
Gibt es in Österreich auch Autobahnen ohne Vignettenpflicht?
Der Kauf einer analogen oder digitalen Vignette ist zwar nicht schwierig. Dennoch gibt es Urlauber, die sich das Geld lieber sparen möchten.
Wer keine Vignette kaufen und dennoch keine Strafgebühren befürchten möchte, hat mehrere Möglichkeiten:
Zum einen können Autobahnen und Schnellstraßen komplett gemieden werden. Allerdings sollte bedacht werden, dass die Fahrt über Land- und Dorfstraßen deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt. Sie lohnt sich daher hauptsächlich für einen Roadtrip, bei dem bereits der Weg das Ziel ist.
Zum anderen können sich Urlauber bei ihrer Autoreise auf die Autobahnen ohne Mautpflicht beschränken. So gibt es einige Abschnitte, auf denen komplett auf Abgaben verzichtet wird.
In Salzburg ist auf der A1 Westautobahn die Strecke zwischen dem Grenzübergang Walserberg bis nach Salzburg-Nord mautfrei.
In Tirol kann ein Teil der A12 Inntalautobahn ohne eine Vignette genutzt werden. Wer vom Grenzübergang Kiefersfelden nur bis Kufstein-Süd fährt, braucht den Pickerl weder analog noch digital.
In Vorarlberg ist ein Teil der A14 ebenfalls kostenfrei nutzbar. Gemeint ist die Strecke zwischen dem Grenzübergang Hörbranz bis nach Hohenems.
PM