Der Bundesverband Geothermie e.V. lädt Sie hiermit zur Abschlusskonferenz des Projekts MultiSource in Bamberg ein, um sich vor Ort ein Bild von einem der innovativsten Projekte im Bereich der Oberflächennahen Geothermie zu machen.
Mit dem Lagarde-Campus in Bamberg wurde ein beispielhaftes Konzept zur Nutzung von Konversionsflächen inmitten des städtischen Umfelds geplant und umgesetzt. Nach dem Abzug der US-Streitkräfte im September 2014 wurden hier schrittweise 1.200 Wohnungen, ca. 60 Gewerbeeinheiten, Einrichtungen zur Kinderbetreuung sowie die komplette Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur errichtet. Von Anbeginn lag dabei ein besonderer Schwerpunkt in der Umsetzung eines zukunftsweisenden Energiekonzeptes. Das intelligente, hybride Energiesystem verbindet mehrere regenerative Energiequellen in einer einzigartigen komplexen Struktur. Diese kombiniert u.a. ca. 27.000 m Erdwärmekollektoren, drei Erdwärmesondenfelder mit insgesamt 117 Sonden, einen 225 Meter langen Abwasserwärmetauscher, welcher allein 2,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr bereitstellt sowie ein eigenes Stromnetz, welche die Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden einbindet und einen Großteil des Betriebsstroms für das Versorgungssystem bereitstellt.
Die Verschaltung der beschriebenen Elemente erfolgt in einer beeindruckenden Energiezentrale, welche regelmäßig das Interesse von Branchenexperten ebenso wie technisch interessierter Nichtfachleute weckt. Wir laden Sie herzlich ein, sich vom MultiSource-Projekt vor Ort ein Bild zu machen. Die Abschlusskonferenz findet am 19. November von 9-17 Uhr in Bamberg statt. Alle Details zur kostenfreien Anmeldung sowie die Agenda der Konferenz finden Sie auf dieser Seite.
Mit der Quartierslösung wurde der Beweis erbracht, dass ein solch komplexes System technisch und technologisch durchaus umsetzbar ist und die Ergebnisse auf andere Vorhaben im urbanen Kontext übertragen werden können. Im Rahmen der erfolgreichen Kooperation der Stadtwerke Bamberg mit den agierenden Investoren und durch die Einbindung der Forschungskompetenz der TH Nürnberg, der FAU Erlangen-Nürnberg und der TU Dresden im Rahmen von MultiSource konnten aktuelle Forschungsergebnisse jeweils direkt in die Praxis einfließen und weitergeführt werden.
Mit Blick in die Zukunft wird davon ausgegangen, dass nicht nur eine nahezu autarke Versorgung des Campus gesichert ist, sondern auch über das Quartier hinaus reichend Verbraucher versorgt werden können. Darin wird ein nennenswerter Beitrag zur Dekarbonisierung der gesamtstädtischen Infrastruktur zur Bereitstellung von Wärme und Strom gesehen. Ein bereits beantragtes F&E-Vorhaben MultiSource II welches nahtlos an MultiSource anknüpft hat unter anderem die Untersuchung der Interaktion des Campus mit den umliegenden Strukturen zum Gegenstand.
Der 1991 gegründete Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung in allen Bereichen der Forschung und Anwendung tätig sind. Er vereint Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche. Hauptaufgaben des Verbandes sind die Information der Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten geothermischer Energie zur Wärme- und Stromerzeugung sowie der Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Der BVG organisiert den jährlichen Geothermiekongress DGK ebenso wie Workshops zu aktuellen Themen und ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Geothermische Energie“ sowie weiterer Informationsmaterialien. Der DGK 2026 findet vom 20.-22. Oktober in Potsdam statt.
PM Bundesverbandes Geothermie e.V.