Südwestmetall kritisiert die Warnstreiks der IG Metall in den Landkreisen Esslingen und Göppingen

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie kritisieren die Warnstreiks der IG Metall in den Landkreisen Esslingen und Göppingen. „Die Lage unserer Industrie ist äußerst kritisch“, sagte der Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Neckar-Fils, Ralph Wurster. „Wir rufen die IG Metall dazu auf, Lösungen am Verhandlungstisch zu suchen.“

Südwestmetall hat in der laufenden Tarifrunde ein Angebot vorgelegt. Die Arbeitgeber bieten den Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) eine Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts zum Juli 2027 an. Dies entspricht in Baden-Württemberg 700 Euro.

Die Zahlung kann von Firmen, die nicht wenigstens eine Nettoumsatzrendite von 2,3 Prozent erwirtschaften, verschoben und gegebenenfalls gestrichen werden. Darüber hinaus wird eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten. Der neue Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2028 gelten.

„Südwestmetall legt hier einen fairen Vorschlag vor. Er realisiert inmitten der schwersten Strukturkrise seit Gründung der Bundesrepublik eine Lohnerhöhung, ohne jene Betriebe zu überfordern, die zur Sicherung industrieller Strukturen auch bei uns in der Region dringend auf Kostenentlastungen angewiesen sind“, sagte Wurster.

„Wir müssen jetzt zügig eine Lösung finden und die Weichen so stellen, dass sich Investitionen in industrielle Arbeitsplätze in Deutschland wirtschaftlich wieder rechnen. Das ist leider schon seit Längerem nicht mehr der Fall. In jenen Firmen, denen dies für den Erhalt oder die Schaffung von Strukturen und Arbeitsplätzen auch in unserer Region erforderlich ist, gilt es, die Kosten pro Arbeitsstunde merklich zu senken. Andernfalls droht uns an den hiesigen Standorten ein massiv verschärfter personeller Kahlschlag“, so Wurster.

Die Lage ist kritisch: Seit dem Höchststand 2019 sind in der M+E-Branche bundesweit bereits 350.000 Jobs verlorengegangen, davon fast 100.000 in Baden-Württemberg. Aufgrund der hohen Kosten am Standort wird hierzulande immer weniger investiert und produziert, wodurch monatlich weitere 10.000 Arbeitsplätze verlorengehen.

„Für die Firmen in unserer Bezirksgruppe ist die im Angebot enthaltene Differenzierung von zentraler Bedeutung. Der Vorschlag erlaubt notwendige Anpassungen an die jeweilige wirtschaftliche Situation der Betriebe. Damit senden wir ein klares Signal, dass uns die Einkommen der Beschäftigten trotz einer Lage ohne nennenswerte Spielräume wichtig sind“, sagte Wurster. „Nun ist die IG Metall am Zug, sich der gemeinsamen Verantwortung zu stellen und zusammen mit uns tragfähige Lösungen zu finden. Streiks sind in der jetzigen Situation der absolut falsche Weg. Es ist nicht die nächste Streikaktion gefragt, sondern echte Bewegung in der Sache. Wir brauchen eine Lösung, die nicht an der Realität der Betriebe vorbeigeht. Wettbewerbsfähigkeit ist kein Schlagwort, sondern die Grundvoraussetzung für jeden einzelnen Arbeitsplatz in Deutschland und auch hier in der Region.“

PM Südwestmetall-Bezirksgruppe Neckar-Fils

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/wirtschaft/215262/suedwestmetall-kritisiert-die-warnstreiks-der-ig-metall-in-den-landkreisen-esslingen-und-goeppingen/