Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat heute beim BMUKN-Wassergipfel die Wasserversorgung zur Voraussetzung für Soziale Gerechtigkeit erklärt. Menschliche Grundbedürfnisse dürften nicht mit dem Wasserverbrauch von Rechenzentren konkurrieren. Betreiber müssten perspektivisch höhere Wasserpreise für ihre Anlagen zahlen oder in sparsame Technik investieren. Digitalexpertin Linda Klapdor von Greenpeace geht das nicht weit genug. Sie fordert einen Planungsstopp für wasserintensive Rechenzentren in Regionen mit Wasserstress:
„Umweltminister Schneider fordert völlig zurecht, dass menschliche Grundbedürfnisse wie der Zugang zu Wasser nicht mit dem Ressourcenverbrauch von Rechenzentren konkurrieren dürfen. Diese Forderung umzusetzen haben Minister Schneider und sein Digitalkollege Karsten Wildberger (CDU) in der Hand. Gemeinsam müssen die beiden Minister verhindern, dass Mega-Rechenzentren mit ihrem enormen Wasserverbrauch in Gebieten wie Brandenburg oder dem Rhein-Main-Gebiet entstehen, die bereits jetzt unter Trockenheit leiden. Dieser gerade erst abklingende Hitzesommer zeigt: Wasser ist kostbar. Es im großen Maßstab zu nutzen, um Rechenzentren zu kühlen, können sich viele Regionen nicht leisten.
In Brandenburg, einer der trockensten Regionen Deutschlands, plant der weltgrößte Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) derzeit zwei Rechenzentren, in Massen und Baruth. Im Sommer 2026 führte eine anhaltende Trockenperiode in der Region zu akuter Wasserknappheit, sinkenden Brunnenständen und regionalen Entnahmeverboten. AWS verspricht, seine Rechenzentren mit Regenwasser zu kühlen, doch angesichts eines Wasserbedarfs von bis zu einer Million Liter pro Tag ist das nicht plausibel. Betreiber sollten bereits im Planungsprozess transparent machen, wie sie ihre Zentren künftig kühlen wollen. Solange keine überzeugenden Konzepte zur Wasserversorgung vorliegen, dürfen solche Projekte nicht umgesetzt werden.“
PM Greenpeace Deutschland e.V.