Die Klasse 6a des Freihof-Gymnasiums hatte kurz vor den Herbstferien einen ganz besonderen Tag auf dem Programm: die Erkundung von Berufen in Landwirtschaft und Gastronomie im kleinen Göppinger Stadtteil Lerchenberg. Die 31 Schülerinnen und Schüler lernten bei den Biolandbetrieben Bidlingmaier und Minkmar den Gemüseanbau und die Viehhaltung kennen, im Landgasthof Rössle setzten sie die Kochmütze auf, bereiteten die einzigartigen 6a-Maultaschen zu und besichtigten den Metzgerbetrieb (Foto).
Den Sechstklässlern machte der Tag in Lerchenberg „voll viel Spaß“, die 6a-Maultaschen waren so lecker, dass sie nicht in den freien Verkauf gelangten: Die kleinen Köchinnen und Köche aßen alle gleich selbst auf – natürlich mit Kartoffelsalat. Das Geheimnis der gut gemachten Maultasche liegt laut den Profiköchen um Rössle-Teamchef Mark Mayer auch in der Verarbeitung: Teig auf Papier dünn ausrollen, Hackfleisch gleichmäßig verteilen und einen Teigstreifen am Rand zum Ankleben lassen. Dann bleibt die schwäbische Maultasche schön kompakt.Einen kurzen Weg hatten die Schülerinnen und Schüler vom Rössle zum Viehmastbetrieb Minkmar am Rand von Lerchenberg. Beim Blitzpraktikum stand neben der trickreichen Strohversorgung und Mistentsorgung durch das natürliche Gefälle vor allem die Kulinarik für die 32 Rinder und Kälber im Mittelpunkt: Zum Beispiel Silage und Schnitt im Hauptgang, als besonderer Nachtisch steht Getreide auf der Speisekarte. Das Angebot konnten die mutigen Nachwuchspraktikanten gleich selbst kosten.
Zusätzlich ist die Selbstbedienung ein fester Bestandteil des Bioland-Konzepts von Jürgen Minkmar. Durch den freien Weidezugang im Sommerhalbjahr winken Äpfel und frisches Gras. Da die Rindviecher abends wieder im Stall sind, gibt es in Lerchenberg jeden Tag so etwas wie einen Mini-Almauf- und Abtrieb.
Gleich neben den großen Feldern der Familie Minkmar für den Futteranbau und fünf Pferden im Schweinsgalopp fanden die Schülerinnen und Schüler die zweieinhalb Hektar des Bioland-Gemüseanbaus der Familie Bidlingmaier – die nächste Station im Landwirtschaftspraktikum. Hier erklärte Otto Bidlingmaier die Fruchtfolge: Salate und Radieschen werden im Frühjahr gepflanzt, im Sommer sind Tomaten und Paprika dran, im Herbst der Ackersalat. Da der Klimawandel vor dem idyllischen Meerbachtal unterhalb des Hohenstaufen nicht Halt macht, ist immer mehr Bewässerung notwendig.
Natürlich hat auch die Familie Bidlingmaier, die auf den Wochenmärkten in Göppingen und Eislingen ihr Gemüse verkauft, ein besonderes Betriebsgeheimnis: Hummeln! Rund 50 Brummer düsen durchs Gewächshaus, um die Tomaten zu bestäuben. Das sorgt nicht nur für regen Flugverkehr, sondern auch für den richtigen Geschmack.
Mit grundlegenden Informationen zu Landwirtschaft und Gastronomie gings für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitlehrer mit dem Linienbus zurück nach Göppingen. Damit endete ein gelungener Tag in Lerchenberg, den das Freihof-Gymnasium gerne als regelmäßiges Praktikum in sein Programm für die Berufsorientierung aufnehmen möchte.
PM Freihof Gymnasium