Strengere Vorgaben in Dänemark geplan
Etwa zwei von drei Trinkwassermessstellen in Deutschland (62 Prozent) zeigen laut Nitratdatenbank Werte bei oder über 10 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Hauptursache für durch Nitrat verschmutztes Grundwasser sind hohe Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft. Langfristige internationale Verlaufsstudien – insbesondere aus Dänemark – belegen, dass sich bereits bei Konzentrationen weit unter dem deutschen Grenzwert das Risiko für Darmkrebs erhöhen könnte. Dänemark plant daher neben strengen Düngevorgaben auch einen Grenzwert von 6 Milligramm Nitrat pro Liter einzuführen.
„Der dänische Vorschlag, den Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser deutlich zu senken, ist für die öffentliche Gesundheitsfürsorge ein guter Schritt“, sagt Jörg Schullehner, Associate Professor an der Universität Aarhus. „Er wird das Schutzniveau gegenüber potenziellen chronischen Gesundheitseffekten von mit Nitrat verunreinigtem Trinkwasser erhöhen und ist insbesondere im Hinblick auf das Vorsorgeprinzip längst überfällig.“
Den möglichen Gesundheitskosten durch nitratbelastetes Trinkwasser stellt die Studie die Kosten gegenüber, die durch einen reduzierten Düngereinsatz auf deutschen Ackerflächen entstehen könnten. Ein direkter Vergleich der untersuchten Gesundheits- und Präventionskosten ist nicht möglich. Denn die Anpassungen würden zudem mindernd wirken auf Umwelt- und Ökosystemschäden wie Überdüngung von Gewässern, Artensterben und Treibhausgasemissionen. Diese Kosten wurden in der Studie nicht untersucht. „Stickstoffüberschüsse zu verringern ist nachhaltiger und günstiger als nitratbelastetes Wasser kompliziert und teuer aufzubereiten“, so Töwe. “Strengere Düngeregeln und eine flächengebundene Tierhaltung sind dabei die beste Vorsorge.”