„Sicher aufwachsen“ – Neues Landesprojekt für Kinder mit Behinderungen von pro familia Baden-Württemberg

Kinder mit Behinderungen gehören zu den vulnerablen Gruppen, die in besonderem Maße gefährdet sind, Grenzverletzungen und Gewalt zu erfahren. Mit dem am 1. Oktober gestarteten Landeprojekt „Sicher aufwachsen: Schutzkonzepte für SBBZ-Schulkindergärten entwickeln“ widmet pro familia Baden-Württemberg dem Schutz dieser Zielgruppe besondere Aufmerksamkeit.

SBBZ-Schulkindergärten bilden die Verbindung von Schule und sonderpädagogischen Angeboten mit Elementen der Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung. Das Angebot richtet sich an Kinder mit Behinderung ab drei Jahren (für Kinder mit einer Körperbehinderung bereits ab zwei Jahren), bei denen ausgehend von einem Antrag der Eltern durch die Schulbehörde Bedarf an einem sonderpädagogischen Bildungsangebot festgestellt wurde.

Genau wie Regelschulen und Kindertageseinrichtungen sind auch SBBZ-Schulkindergärten verpflichtet, schuleigene Gewaltschutzkonzepte zu entwickeln und zu etablieren. Das Problem: Vorgaben und Qualitätsstandards nehmen die SBBZ-Kindergärten nicht gesondert in den Blick und bilden deren speziellen Bedarfe nicht ab.

Hier setzt das Projekt an: „Angesichts der zeitlichen und personellen Ressourcen in den Einrichtungen wollen wir ein Modell entwickeln, mit dem die Schutzkonzepterstellung passgenau auf SBBZ-Kindergärten und Regelkindergärten mit Inklusionskindern zugeschnitten ist,“ erläutert Pia Riegger, Geschäftsführerin von pro familia Baden-Württemberg und Leiterin des Projektes. Dabei würden in partizipativen Prozessen, die sowohl die Teams der Einrichtungen als auch die Kinder selbst miteinbeziehen, Grundlagenmodule und Materialien für eine individuelle und bedarfsgerechte Schutzkonzepterstellung entwickelt. In SBBZ-Kindergärten werden häufig Kinder begleitet, die erhebliche Beeinträchtigung haben – „die Kinder trotzdem beteiligen zu können und so ihre Selbstbestimmung zu stärken, ist eine große Herausforderung und ein wichtiges Ziel des Projekts,“ so Riegger.

Die Schutzkonzepterstellung wird im Rahmen des Projektes von pro familia begleitet, die Module und Materialien werden perspektivisch für alle SBBZ-Kindergärten im Land zur Verfügung gestellt. Das Projekt wird finanziert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

pro familia Baden-Württemberg – Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.  ist Teil eines bundesweiten Fachverbandes für Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung. Als Netzwerk engagiert sich pro familia für sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit. Zu pro familia in Baden-Württemberg gehören 18 Kreis- /Ortsvereine mit 19 Beratungsstellen und sechs Außenstellen. Die Beratungsstellen bieten Sexual-, Schwangerschafts-, und Paarberatung. pro familia ist darüber hinaus mit sexualpädagogischen Angeboten in Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen und durch Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für Eltern, Lehrkräfte und Betreuungspersonal aktiv. Als Landesverband organisiert pro familia Baden-Württemberg den fachlichen Austausch zwischen den Beratungsstellen, unterstützt deren Arbeit und vertritt pro familia in Gremien auf Landesebene, gegenüber Politik und Verwaltung sowie in der Öffentlichkeit. pro familia Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg und ist Mitglied im Paritätischen Baden-Württemberg.

 

PM pro familia Baden-Württemberg – Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.

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