Wärme aus der Nachbarschaft: Stadt Eislingen prüft mögliches Wärmenetz

Im Bereich Saarstraße/Wilhelmstraße könnten Wohn- und Gewerbegebäude künftig mit industrieller Abwärme beheizt werden. Am 5. November informieren Stadt und Energieagentur über das Vorhaben und die Beteiligungsmöglichkeiten.

Wie lässt sich das eigene Zuhause langfristig zuverlässig und bezahlbar beheizen? Diese Frage beschäftigt viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, besonders wenn eine ältere Heizung ersetzt werden muss. Im Eislinger Quartier Saarstraße/Wilhelmstraße rückt eine mögliche Wärmequelle in den Blick: Durch eine geplante Anlagenerweiterung bei FETZER Rohstoffe + Recycling könnte zusätzliche industrielle Abwärme entstehen. Die Stadt Eislingen lässt gemeinsam mit der Energieagentur Landkreis Göppingen untersuchen, ob diese Wärme künftig benachbarte Wohn- und Gewerbegebäude über ein Wärmenetz versorgen könnte.

Im Rahmen des Quartierskonzepts wird untersucht, welche Wärmequellen genutzt und wie die Gebäude über ein Wärmenetz technisch und wirtschaftlich sinnvoll versorgt werden könnten. Neben der möglichen Abwärmenutzung bei FETZER werden auch weitere Wärmequellen betrachtet. Das Untersuchungsgebiet liegt südlich der Fils und umfasst unter anderem Bereiche entlang der Wilhelmstraße, Saarstraße und Ulmer Straße. Eine Karte des derzeitigen Untersuchungsgebiets ist auf der Projektwebsite www.klimaschutz-goeppingen.de/quartierskonzept abrufbar. Ob tatsächlich ein Wärmenetz gebaut wird, ist derzeit noch offen. Verbindliche Wärmepreise oder Anschlussangebote liegen noch nicht vor.

Für die Machbarkeitsprüfung ist neben technischen und wirtschaftlichen Fragen entscheidend, wie groß das Interesse im Quartier ist. Die Stadt ruft deshalb Eigentümerinnen und Eigentümer dazu auf, über eine freiwillige Interessensbekundung mitzuteilen, ob sie sich unter der Voraussetzung einer zuverlässigen und bezahlbaren Wärmeversorgung grundsätzlich einen Anschluss vorstellen könnten. Auch Interessierte aus angrenzenden Bereichen können sich beteiligen. Die Rückmeldung ist unverbindlich und verpflichtet nicht zu einem späteren Anschluss.

„In der Nutzung von Abwärme steckt großes Potenzial für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Was an einer Stelle als Abfallprodukt entsteht, kann an anderer Stelle sinnvoll genutzt werden. Ob wir diese Chance in unmittelbarer Nähe der Firma FETZER nutzen können, hängt neben den technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen stark am Interesse der Eigentümerinnen und Eigentümer ab. Deshalb sind uns Ihre Rückmeldungen so wichtig. So können wir beurteilen, ob das Vorhaben eine realistische Perspektive hat“, erklärt Oberbürgermeister Oliver Marzian.

Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstag, 5. November 2026, um 19:00 Uhr im Foyer des Rathauses Eislingen stellen die Stadt, die Energieagentur und die beteiligten Fachleute das Vorhaben und die nächsten Schritte vor. Auch die Firma FETZER informiert über das mögliche Abwärmepotenzial. Die Besucherinnen und Besucher erfahren außerdem, wie sie unverbindlich ihr Interesse bekunden können. Im Anschluss ist Gelegenheit für Fragen und den persönlichen Austausch. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Unabhängig davon, ob ein Wärmenetz entsteht, unterstützt die Stadtverwaltung Eislingen ihre Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zur Energieversorgung des eigenen Zuhauses. Von November 2026 bis Januar 2027 übernimmt sie den Eigenanteil für Vor-Ort-Energieberatungen zu Themen wie Heizung, Gebäudemodernisierung und Photovoltaik. Für Eislinger Haushalte sind die Beratungen damit kostenfrei. Zusätzlich gibt es exklusiv in Eislingen bezuschusste Thermografie-Untersuchungen für 89 Euro inklusive Auswertung und persönlicher Beratung. Beide Angebote gelten für ganz Eislingen, nicht nur für das Untersuchungsgebiet. Da die Zahl der Termine begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Vereinbarung bei der Energieagentur unter 07161 65165-00.

Informationen zum Projekt, die Karte des Untersuchungsgebiets und die Möglichkeit zur unverbindlichen Interessensbekundung gibt es unter www.klimaschutz-goeppingen.de/quartierskonzept.

 

PM Energieagentur Landkreis Göppingen gGmbH

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