Energieversorgung Filstal diskutiert mit dem Landtagsabgeordneten die Herausforderungen kommunaler
Versorgungsunternehmen. Welche Auswirkungen haben neue gesetzliche Vorgaben auf die Arbeit kommunaler Versorgungsunternehmen? Und wie lassen sich die Anforderungen an eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Versorgung mit den praktischen Gegebenheiten vor Ort in Einklang bringen? Über diese und weitere Fragen tauschten sich der Landtagsabgeordnete Sascha Binder (SPD) und die Geschäftsführer der Energieversorgung Filstal (EVF), Andreas Bantel und Peter Naab, bei einem Besuch in Göppingen aus.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an die Energiewirtschaft und die Frage, wie politische Rahmenbedingungen so gestaltet werden können, dass sie für kommunale Unternehmen praktikabel und wirtschaftlich umsetzbar bleiben. Dabei ging es sowohl um neue gesetzliche Vorgaben als auch um die Herausforderungen, die sich aus der konkreten Umsetzung im Unternehmensalltag ergeben.
Gesetzliche Anforderungen und praktische Umsetzbarkeit
Ein Schwerpunkt des Austauschs war der Wandel der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Energieversorgung. Am Beispiel des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) wurden die Anforderungen an die künftige Nutzung erneuerbarer Gase und die tatsächliche Verfügbarkeit von Biogas und Grüngas thematisiert. Entscheidend ist dabei, gesetzliche Zielsetzungen mit den verfügbaren Ressourcen und den technischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Auch die Anforderungen an die Trinkwasserqualität und die neuen Grenzwerte für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) waren Gegenstand des Gesprächs. Ab 2026 und 2028 treten im Rahmen der novellierten Trinkwasserverordnung strenge Grenzwerte für PFAS in Kraft. Für Wasserversorger bedeutet das enorme Herausforderungen: Aufwändige und kostenintensive Aufbereitungsverfahren würden notwendig, der Ressourcenverbrauch steigt, und die Entsorgung von PFAS-haltigen Abfällen erweist sich als problematisch. Hier müssen vielmehr nachhaltige Lösungen für eine deutliche Reduktion der PFAS-Einträge in die Umwelt sowie eine verstärkte Verantwortung der Hersteller eingefordert werden.
Digitalisierung und Bürokratie als Herausforderung
Neben den gesetzlichen Anforderungen an die Energie- und Wasserversorgung diskutierten die Gesprächsteilnehmer die zunehmende Komplexität der energiewirtschaftlichen Prozesse. Ein Beispiel ist der seit Juni 2025 geltende beschleunigte Stromlieferantenwechsel innerhalb von 24 Stunden. Die verkürzten Fristen stellen hohe Anforderungen an die digitalen Systeme, die Datenqualität und die Zusammenarbeit der beteiligten Marktakteure.
Darüber hinaus wurden weitere regulatorische Fragestellungen angesprochen, darunter die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS).
Die EVF machte deutlich, dass kommunale Versorgungsunternehmen neben ihrem Tagesgeschäft zahlreiche gesetzliche und regulatorische Anforderungen erfüllen müssen. Gleichzeitig treiben sie den Ausbau und die
Modernisierung ihrer Infrastruktur voran. Dazu gehört auch der Glasfaserausbau, bei dem die Migration von Kupfer- auf Glasfaseranschlüsse eine wichtige Rolle spielt.
Austausch zwischen Politik und Praxis
„Als kommunales Versorgungsunternehmen erleben wir unmittelbar, welche Auswirkungen gesetzliche Vorgaben auf die tägliche Arbeit haben. Neue Anforderungen müssen nicht nur fachlich sinnvoll sein, sondern sich auch mit vertretbarem Aufwand umsetzen lassen. Dafür brauchen wir praxistaugliche Regelungen und verlässliche Rahmenbedingungen“, betonten die EVF-Geschäftsführer Andreas Bantel und Peter Naab.
Der Besuch bot Gelegenheit, die Perspektive eines regionalen Versorgungsunternehmens in die politische Diskussion einzubringen und die Herausforderungen bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben aus der Praxis zu erläutern.
Foto (EVF): v. l. n. r.: Andreas Bantel (EVF-Geschäftsführer Handel & Finanzen), MdL Sascha Binder (SPD-Landtagsabgeordneter), Peter Naab (EVF-Geschäftsführer Technik)
PM Energieversorgung Filstal GmbH & Co. KG