Zahlreiche Feuerwehren und Kräfte des Rettungsdienstes haben am Mittwochabend bei einer umfangreichen Alarmübung im unteren Filstal und im Schurwald den Ernstfall an der FBG-Pipeline (Fernleitungs-Betriebsgesellschaft mbH) geprobt. Die Pipeline dient dem Transport von Betriebsstoffen zur Versorgung von zivilen und militärischen Einrichtung und verläuft auf ihrem Weg durch den Landkreis Göppingen. Im Mittelpunkt der Übung standen die Erkundung der Pipeline-Strecke, die Bewältigung eines angenommenen Stoffaustritts sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte.
Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener technischer Defekt während Wartungsarbeiten an der Pipeline. Dabei trat im Übungsszenario eine größere Menge Medium aus. Mehrere der im Bereich der angenommenen Schadensstelle tätigen Personen wurden als verletzt und durch den Austritt kontaminiert angenommen.
Nach der ersten Alarmierung begann die systematische Erkundung der Pipeline. Der Einsatzplan der FBG sieht vor, dass die Gemeinden, durch deren Gebiet die Pipeline verläuft, die jeweiligen Streckenabschnitte kontrollieren. Dadurch soll bei einem tatsächlichen Schadensereignis möglichst schnell festgestellt werden, ob und wo es zu einem Austritt gekommen ist und welche Bereiche möglicherweise betroffen sind.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Schutz der Umwelt. Da bei einem Austritt von Betriebsstoffen auch eine Gefährdung von Fließgewässern nicht ausgeschlossen werden kann, gehört es zu den Aufgaben der Feuerwehren, entsprechende Gewässer im Verlauf der Pipeline zu kontrollieren und Ölsperren einzubauen.
Auch im Übungsszenario wurde die komplette Pipeline-Strecke im Landkreis Göppingen nach möglichen Leckagen abgesucht. Im Bereich Uhingen wurde schließlich die angenommene Leckage festgestellt. Die dort eingesetzten Kräfte konzentrierten sich anschließend auf die weitere Abarbeitung der Schadenslage.
Neben der Erkundung und Absicherung der Schadensstelle wurden die als verletzt und kontaminiert angenommenen Personen gerettet und versorgt. Für die Versorgung der Verletzten waren Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz und vom Malteser Hilfsdienst in die Übung eingebunden.
Auch der Gefahrgutzug des Landkreises Göppingen, bestehend aus der Feuerwehr Salach und der Werkfeuerwehr Zeller & Gmelin, wurde zur Bewältigung des angenommenen Stoffaustritts alarmiert. Die Einsatzkräfte unterstützten die Maßnahmen an der Schadensstelle und übernahmen Aufgaben im Bereich der Dekontamination und der Leckageabdichtung.
Parallel zu den Maßnahmen in Uhingen arbeiteten die weiteren beteiligten Feuerwehren ihre Aufgaben entlang der Pipeline ab. Zur Koordinierung der eingesetzten Kräfte wurde der Führungsstab einberufen. Dieser unterstützt bei größeren Einsatzlagen den technischen Einsatzleiter bei der Führung und Koordinierung der Einsatzmaßnahmen. Die Übung bildete damit nicht nur die Arbeit an einer einzelnen Schadensstelle ab, sondern insbesondere auch die notwendige überörtliche Zusammenarbeit und Koordination bei einem möglichen Schadensereignis entlang der Pipeline.
Begleitet und beobachtet wurde die Übung durch Vertreter der FBG mbH, dem ersten Landesbeamten Herr Heinz sowie des Dezernenten für Recht und Ordnung Herr Gottwald. Darüber hinaus waren Bezirksbrandmeister Wibel und Kreisbrandmeister Prof. Dr.-Ing. Reick vor Ort, um sich ein Bild vom Ablauf und der Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte zu machen.
Nach erfolgreicher Abarbeitung der Übungslage konnte die Übung gegen 21:30 Uhr beendet werden. Anschließend wurden die eingesetzten Fahrzeuge und Gerätschaften zurückgebaut. In einer anschließenden Nachbesprechung wurden die einzelnen Übungsabschnitte gemeinsam ausgewertet.
Insgesamt waren 236 Einsatzkräfte von 12 Feuerwehren mit 40 Fahrzeugen, sowie 12 Einsatzkräfte mit 6 Fahrzeugen des Rettungsdienstes an der Übung beteiligt. Darüber hinaus unterstütze ein Fachberater des THW und zwei Mitglieder des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr den Führungsstab.
Die Alarmübung diente dazu, die im FBG-Einsatzplan vorgesehenen Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und die Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte weiter zu festigen.
PM Landratsamt Göppingen Amt für Feuerwehrwesen und Bevölkerungsschutz