Keine Werbung für Chips, Cola und Co. – Verbraucherzentrale: Influencer-Werbung für Ungesundes verbieten

  • Repräsentative Befragung: 40 Prozent der jungen Menschen haben mindestens einmal ein Lebensmittelprodukt gekauft, weil es von Influencer:innen empfohlen wurde
  • Mehr als die Hälfte (57 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass Influencer:innen keine Werbung für ungesunde Lebensmittel machen dürfen sollten
  • Verbraucherzentrale: Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten, wenn sie sich überwiegend an Kinder und Jugendliche richtet

 

Ob ein zuckriger Eistee oder eine fettige Pizza – Influencer:innen machen immer wieder Werbung für ungesunde Lebensmittel. Auch Kinder und Jugendliche sind Zielgruppe. In einer repräsentative forsa-Befragung gaben vier von zehn jungen Menschen an, dass sie mindestens einmal ein Lebensmittel gekauft haben, weil es von Influencer:innen empfohlen wurde. Gleichzeitig stimmen mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten zu, dass Influencer:innen keine Werbung für ungesunde Lebensmittel machen sollten. Die Verbraucherzentrale fordert die Bundesregierung auf, Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel zu verbieten, wenn sie sich überwiegend an Kinder und Jugendliche richtet.

„Social Media ist voll von Werbung für überzuckerte oder fettige Produkte und fragwürdige Ernährungsempfehlungen. Gerade Kinder und Jugendliche sind dafür besonders empfänglich. Dabei entscheidet gesunde Ernährung schon früh über wichtige gesundheitliche Weichenstellungen im späteren Leben. Wer Kinder und Jugendliche vor ungesunder Ernährung schützen will, darf nicht länger wegsehen: Social Media ist ein riesiger Werbekanal für ungesunde Produkte. Das muss aufhören”, so Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Repräsentative Befragung: Mehrheit ist für Influencer-Verbot für Ungesundes

Vier von zehn der befragten 14 bis 25-Jährigen (40 Prozent) haben bereits mindestens ein Lebensmittel gekauft, weil es von Influencer:innen empfohlen wurde. Gleichzeitig geben 87 Prozent der jungen Verbraucher:innen an, Werbung auf Social Media leicht erkennen zu können.

Das zeigt aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands, dass Werbekennzeichnungen allein nicht ausreichen. Influencer-Marketing wirkt gerade deshalb, weil Produkte in persönliche Geschichten, Alltagsroutinen und vermeintlich authentische Empfehlungen eingebettet werden. Werbung beeinflusst Kaufentscheidungen auch dann, wenn sie als solche erkannt wird.

Verbraucherzentrale fordert: Keine Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel

„Wer behauptet, Ernährung sei allein Privatsache, blendet aus, wie stark Werbung unser Verhalten beeinflusst. Die Politik muss junge Menschen besser schützen und Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten“, so Pop.

Das sieht auch die Mehrheit der jungen Menschen so: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) stimmt der Aussage (eher) zu, dass Influencer:innen keine Werbung für ungesunde Lebensmittel machen dürfen sollten. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands muss die Bundesregierung tätig werden: Influencer:innen sollte verboten werden für Produkte zu werben, die nicht den Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinder entsprechen, also zu viel Zucker, Fett oder Salz enthalten, wenn sie ein überwiegend junges Publikum ansprechen.

Deutscher Verbrauchertag | smart & safe: Junge Menschen im Alltag stärken

Influencer-Werbung auf Social Media ist ein Beispiel dafür, wie komplex der Alltag junger Menschen geworden ist. Auf dem Deutschen Verbrauchertag 2026 fordert deshalb die Verbraucherzentrale: Damit junge Menschen gesund, sicher und resilient bleiben, müssen Politik und Wirtschaft den digitalen Raum, das Ernährungs- und Finanzumfeld so gestalten, dass junge Verbraucher:innen smart daran teilhaben können und safe vor Risiken sind. Zugleich braucht es gezielte Bildungsangebote, die Kinder und Jugendliche befähigen, bewusste Entscheidungen zu treffen.

Methode

Repräsentative Online-Befragung (4. bis 12. Oktober) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 547 Personen im Alter von 14 bis 25 Jahren. Statistische Fehlertoleranz: max. ± 4 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe.

PM Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

 

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