- In 62 Prozent der untersuchten Kombinationen aus Strecke und Ferienzeitraum waren Bahntickets am ersten Feriensamstag teurer als am Samstag der Vorwoche
- Besonders deutlich fielen die beobachteten Preisaufschläge bei Super Sparpreis-Tickets aus (im Median +21 Prozent gegenüber der Vorwoche)
- Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert mehr Transparenz bei Bahnpreisen
Zum Start der Herbstferien machen sich Verbraucher:innen auf den Weg zu Familie, Freunden oder in den Urlaub. Eine Auswertung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt: Wer zum Ferienbeginn mit der Bahn reist, muss mit höheren Ticketpreisen rechnen. Besonders stark stiegen die untersuchten Preise bei Super Sparpreis-Tickets. Die höchsten Preisaufschläge beobachtete die Verbraucherzentrale zu den Weihnachtsferien 2024.
„Gerade zu Ferienbeginn sind Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Bahn angewiesen. Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass Bahntickets zu diesen Zeiten regelmäßig teurer werden. Besonders bei Sparangeboten können die Unterschiede erheblich ausfallen. Für Reisende kann es schwer nachzuvollziehen sein, wenn dieselbe Fahrt genau eine Woche vorher deutlich weniger kostet. Wer eine Bahnreise plant, muss die Kosten verlässlich einschätzen können. Dafür braucht es mehr Transparenz bei der Preisgestaltung“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Ferienzeiten wirken sich auf Ticketpreise aus
Neben Reisezeit, Buchungszeitpunkt und Streckenauslastung können auch Ferienzeiten einen Einfluss auf die Ticketpreise haben. Die Auswertung zeigt, dass die untersuchten Preise zum Beginn von Schulferien regelmäßig steigen. In 62 Prozent der untersuchten Kombinationen aus Strecke und Ferienzeitraum lag der Ticketpreis am ersten Feriensamstag höher als am Samstag der Vorwoche. Besonders deutlich zeigte sich dieser Effekt bei Super Sparpreis-Tickets: Über alle untersuchten Ferienzeiträume und Strecken hinweg lagen die erhobenen Super Sparpreise zu Ferienbeginn im Median 21 Prozent über dem Preisniveau der Vorwoche.
Besonders stark fielen die beobachteten Preisaufschläge in den Weihnachtsferien 2024 aus. Über alle untersuchten Strecken hinweg lag der erhobene Super Sparpreis am ersten Feriensamstag hier im Median 156 Prozent über dem Preisniveau der Vorwoche. In einzelnen Fällen waren die ermittelten Preisunterschiede besonders erheblich: Auf der Strecke Berlin -München beispielsweise stieg der erhobene Super Sparpreis zum Beginn der Berliner Winterferien 2025 von 17,99 Euro auf 99,99 Euro (+456 Prozent). Die Untersuchung zeigt, dass Verbraucher:innen insbesondere zum Start von Schulferien mit höheren Ticketpreisen rechnen müssen.
Methode
Mittels eines skriptbasierten Preismonitorings hat der Verbraucherzentrale Bundesverband zwischen dem 1. Juni 2024 und dem 30. April 2026 täglich die günstigsten verfügbaren Direktverbindungen zwischen den fünf bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main) erhoben.
Für die Ferienanalyse wurden aus den Gesamtdaten die Medianpreise an den ersten Samstagen der Schulferien mit den Medianpreisen der Samstage der jeweiligen Vorwoche verglichen. Berücksichtigt wurden dabei die Schulferien des Bundeslandes des Startbahnhofs. Die Ferienanalyse basierte auf 2.479 Verbindungsabfragen mit einer Vorbuchungsfrist von 3 Wochen. Um das Buchungsverhalten von Verbraucher:innen bestmöglich abzubilden, wurden ausschließlich Verbindungen der 2. Klasse für Fahrten tagsüber mit einer Abfahrt zwischen 7 und 19 Uhr untersucht.
PM Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.