Greenpeace-Berechnung: Ölkonzerne erzielen mit Heizöl seit Kriegsbeginn Übergewinne von fast 860 Millionen Euro

Seit dem Ausbruch des Irankriegs im Februar 2026 haben die Mineralölkonzerne im deutschen Heizölmarkt Übergewinne in Höhe von insgesamt 858 Millionen Euro eingefahren. Das zeigt eine neue Analyse des Hamburger Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Mit einem Literpreis von rund 1,70 Euro ist Heizöl aktuell nahezu doppelt so teuer wie im Vorjahr.

Der Preis für Rohöl ist dagegen im gleichen Zeitraum weit weniger stark angestiegen. Bereits zwischen März und Juli sind die Gewinne stark gestiegen, zeigt die Auswertung: Durchschnittlich 13 Cent mehr je Liter Heizöl verdienten die Konzerne, verglichen mit dem Gewinnniveau vor Kriegsbeginn. Ab August stiegen die Margen noch einmal stark an. Bis Anfang Oktober wurden Übergewinne von durchschnittlich 29,9 Cent je Liter erzielt.

“Nicht nur an der Zapfsäule, auch im Heizungskeller kassieren die Ölkonzerne seit Monaten auf dem Rücken der Leute schamlos ab”, sagt Mira Jäger, Energieexpertin von Greenpeace. “Dabei darf die Bundesregierung nicht länger zuschauen. Diese Übergewinne gehören über eine Steuer abgeschöpft und das Geld in eine konsequente und sozial gerechte Wärmewende gesteckt.”

Jeder sechste Haushalt betroffen – Öltanks im Herbst vergleichsweise leer

Im Neubau spielen Ölheizungen mit einem Anteil von 0,1 Prozent kaum noch eine Rolle, dennoch heizen insgesamt noch gut 17 Prozent der Haushalte in Deutschland mit Heizöl. Viele Besitzer:innen dieser fünf Millionen privaten Ölbrenner haben die Heizölbestellung aufgeschoben. Die Hoffnung auf sinkende Preise, hat den Füllstand Ende September nach Branchenschätzungen 20 bis 25 Prozent unter das Vorjahresniveau gedrückt. Mit Beginn der kälteren Jahreszeit geraten diese Haushalte nun unter Kaufzwang. Sie sind den hohen Preisen der marktbeherrschenden Mineralölkonzerne wie Shell, BP oder TotalEnergies schutzlos ausgeliefert. “Einmal mehr zeigt sich: Für bezahlbare, sichere Energie und mehr Unabhängigkeit müssen wir schleunigst raus aus der fossilen Falle”, so Jäger.

Wie stark die teuren fossilen Energien die Inflation für alle in Deutschland und Europa antreiben, zeigt eine Berechnung, die Greenpeace am vergangenen Montag veröffentlicht hat. Wäre der Ölpreis seit Januar konstant geblieben, hätte die Inflation im August in Deutschland rechnerisch bei 1,9 statt 2,9 Prozent gelegen. Im Euroraum wären es 2,2 statt 3,2 Prozent gewesen.

PM Greenpeace Deutschland e.V.

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