Am 03. und 04. Oktober fand im Alamannenmuseum in Ellwangen das inzwischen 12. Alamannen-Forum statt. Thema dieses Forums war „Leben an der Jagst – Handwerk in der Alamannia“.
Das Alamannen-Forum stellt immer wieder besondere Punkte aus dem Leben der Alamannen vor und macht diese für die Gäste des Museums erlebbar. In diesem Jahr war das besondere Thema, wie die Alamannen ihre Gegenstände von Kleidung über Waffen und Exportartikel herstellten.
Am Eingang und im Bereich der Museumscafeteria konnten die Alamanni und ihre Freunde ihre Gäste begrüßen. Gyde Botsch zeigte am Eingang, wie die Rolle der Vorsteherin eines Hauses im Frühmittelalter war. Anhand von Fundstückrepliken und einem Modell eines Gutshauses gab sie den zahlreichen interessierten Besuchern einen anschaulichen Blick in die Zeit der Alamannen. Doro Braun-Zeuner hatte ihre pflanzengefärbten Stoffe und Garne dabei und bewies damit den Gästen, dass die Zeit der Alamannen nicht grau und trist war, sondern sehr bunt. Nebenbei fand sie noch Zeit, Wolle von Hand zu spinnen. Ihr Mann Michel Zeuner unterhielt die Gäste auf seiner Leier. Daniela Bittner hatte ihre brettchengewebten
Stücke dabei und wer wollte, konnte diese alte Technik auch selbst ausprobieren. Daniel Kollmus stellte Goldblattkreuze her und hatte zusätzlich seine Ausstattung des „Horkheimer Reiters“ dabei, mit Schwert, Schild, Speer, Ringpanzer und natürlich Helm. Bernd Greiner führte vor, wie er seine Gürtelgarnitur mit Silber tauschiert. Jürgen und Doris Heinritz gaben einen Einblick in die Küche der Alamannen. Kochgeschirr, Trinkgefäße, Gewürze und Getreide waren zu sehen.
Ausserdem gab es viele frische Sachen wie Äpfel, Trauben, Walnüsse, Haselnüsse, Feigen oder auch Tomaten, Kartoffeln, Paprika oder Bananen zu sehen. Die Gäste durften raten, was davon es zur Alamannenzeit schon gab und was nicht. Dass Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Bananen erst viel später zu uns kamen, war nicht allen bewußt.
Ausserdem gab es an beiden Tagen eine biographische Familienführung mit Jürgen Heinritz durch die Ausstellung des Museums. Jürgen Kolar gab einen Einblick, wie schon damals der Fernhandel funktionierte. Auch damals gab es schon so etwas wie die Seidenstraße, auf der Luxusgüter in alle Welt transportiert wurden. Manfred Jenz, den meisten besser bekannt als Gigi der Bogenbauer, hatte sich im Museumshof platziert. Er schnitzte aus Holz Bögen und liess an seinen vielen mitgebrachten Bögen interessiertes Publikum auch mal testen, wie man mit einen Bogen schiesst.
Die Alamanni und ihre Freunde durften sich über zahlreiche interessierte Besucher freuen und beantworteten gerne deren Fragen. Das Alamannenforum zielte auch in diesem Jahr auf das Leben an der Jagst ab. Zur Unterstützung des Museums hat sich um Jürgen Heinritz eine kleine Gruppe Geschichtsdarsteller gesammelt, die als „Alamanni“ Geschichte erlebbar machen wollen, natürlich nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Seit kurzem hat die Gruppe mit Daniel Kollmus einen neuen Vorstand. Museumsleiter Gut sieht die „Alamanni“ als Botschafter des Museums.
Fotos (Daniela Bittner): Das obere Foto zeigt Manfred Jenz (Alias Gigi der Bogenbauer) beim Arbeiten an einem neuen Bogen. Das untere Foto zeigt Jürgen Kolar mit Bogen beim Schießen, dahinter ist Manfred Jenz (Alias Gigi der Bogenbauer) und gibt Anweisungen.
PM Alamannenmuseum Ellwangen