Die neuen Initiativen ergänzen die Slow Food Coffee Coalition und die Slow Wine Coalition. Zusammen bilden sie ein weltweites Netzwerk, das Produzentinnen und Produzenten, Händlerinnen und Händler, Gastronomiefachleute sowie Verbraucherinnen und Verbraucher verbindet – für mehr Biodiversität, faire Wertschöpfungsketten und die Bewahrung lokalen Wissens.
Was haben Kakaobäuerinnen und -bauern im tropischen Regenwald, traditionelle Cider-Herstellerinnen und -Hersteller und Bartender gemeinsam? Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Sie alle sind auf Artenvielfalt, lokales Wissen und faire Wertschöpfungsketten angewiesen. Genau diese Grundlagen geraten jedoch immer stärker unter Druck – durch den Klimawandel, die Konzentration der Märkte und eine immer stärker vereinheitlichte Lebensmittel- und Getränkeproduktion.
Deshalb startet Slow Food bei Terra Madre Salone del Gusto 2026 drei neue globale Koalitionen: die Slow Food Cacao Coalition, die Slow Food Cider Coalition und die Slow Food Drinks Coalition. Damit wächst ein internationales Netzwerk, zu dem bereits die Slow Food Coffee Coalition und die Slow Wine Coalition gehören. Es bringt Menschen aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – von der Erzeugung über Verarbeitung und Handel bis hin zu Gastronomie, Wissenschaft und Konsum.
„Ob Kakao, Cider, Kaffee, Wein oder Cocktails – die Herausforderungen sind miteinander verbunden“, sagt Edie Mukiibi, Präsident von Slow Food. „Der Verlust der Biodiversität, ungerechte Wertschöpfung und der Druck durch den Klimawandel lassen sich nicht von einer einzelnen Gruppe lösen. Unsere Koalitionen beruhen auf einer einfachen Idee: Wenn Produzentinnen und Produzenten, Verarbeiter, Händlerinnen und Händler, Gastronomieprofis sowie Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam handeln, können sie zu einer starken Kraft für Veränderung werden.“
Gemeinsam vereinen die Koalitionen Tausende Menschen mit einem gemeinsamen Ziel: Lebensmittel- und Getränkesysteme zu fördern, die Biodiversität schützen, lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und Wertschöpfung entlang der Lieferkette gerechter verteilen.
Während die landwirtschaftliche Biodiversität weltweit abnimmt und viele handwerkliche Erzeugerinnen und Erzeuger unter wachsendem wirtschaftlichem Druck stehen, zeigen die Koalitionen einen kooperativen Weg auf, der über einzelne Sektoren hinausreicht. Sie bringen Menschen an einen Tisch, die sonst selten direkt miteinander sprechen, und schaffen Raum für Austausch, gemeinsames Lernen und neue Formen der Zusammenarbeit.
Die Slow Food Cacao Coalition verbindet Kakaoproduzentinnen und -produzenten, Schokoladenhersteller, Händlerinnen und Händler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Fachleute aus der Lebensmittelbranche sowie Verbraucherinnen und Verbraucher. Gemeinsam setzen sie sich für Agroforstsysteme, Transparenz und faire Handelsbeziehungen ein – und dafür, die Gemeinschaften und Regionen, aus denen Kakao stammt, sichtbarer zu machen und stärker anzuerkennen.
Lesen Sie hier das Manifest der Slow Food Cacao Coalition
Die Slow Food Cider Coalition schützt traditionelle Apfelsorten, unterstützt kleine Cider-Produzentinnen und -Produzenten und bewahrt das Wissen, die Landschaften und das kulturelle Erbe der Cider-Regionen. Ihre Mitglieder fördern Biodiversität, widerstandsfähige Obstgärten und faire Wertschöpfungsketten – und stehen für einen Cider, der eng mit Herkunft, Landschaft und Identität verbunden ist.
Lesen Sie hier das Manifest der Slow Food Cider Coalition
Die Slow Food Drinks Coalition überträgt die Slow-Food-Prinzipien – gut, sauber und fair – auf Getränke und Gastronomie. Das Netzwerk bringt Bartender, Getränkefachleute sowie Produzentinnen und Produzenten zusammen, die sich für verantwortungsvolle Beschaffung, regionale Zutaten, nachhaltige Landwirtschaft und eine bewusste Gastronomiekultur einsetzen. Gleichzeitig stärkt es die Beziehungen zwischen Bars, Produzenten und lokalen Ernährungssystemen.
Die Koalition knüpft an die Zusammenarbeit von Slow Food mit der Negroni Week Initiative an. Diese unterstützt Stipendien, berufliche Austauschprogramme und innovative Projekte, die Nachhaltigkeit, Inklusion und Gemeinschaft in der internationalen Gastronomie stärken.
Während Terra Madre Salone del Gusto können Besucherinnen und Besucher den Koalitionsbereich entdecken. Verkostungen, Begegnungen und Workshops stellen dort die Geschichten, Produkte und Menschen hinter Kakao, Kaffee, Cider, Spirituosen und Wein in den Mittelpunkt.
Der Bereich ist zugleich Bildungsraum und Marktplatz. Er bringt Delegierte aus aller Welt zusammen: Landwirtinnen und Landwirte, indigene Gemeinschaften, Produzentinnen und Produzenten, Käuferinnen und Käufer, Expertinnen und Experten sowie Fachleute aus der Gastronomie. Wenn Produkte bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden, wird sichtbar, wie alltägliche Entscheidungen mit Biodiversität, kulturellem Erbe und Lebensgrundlagen auf verschiedenen Kontinenten verbunden sind.
Der Start der drei neuen Koalitionen ist ein wichtiger Schritt in Slow Foods Arbeit für Bündnisse, die Ernährungssysteme von Grund auf verändern. Er zeigt: Wirklicher Wandel beginnt dort, wo ganze Wertschöpfungsketten zusammenarbeiten – und nicht isoliert handeln.
Partner der Slow Food Coffee Coalition sind die Fondazione Lavazza und Sanremo Coffee Machines.
Der Bereich der Slow Food Koalitionen bei Terra Madre 2026 wird unterstützt von: W.K. Kellogg Foundation, Domori, Sanremo Coffee Machines, BWT Water + More, Erbalatte, MiiR und Mani Tese.
Neben der Partnerschaft im Bereich der Slow Food Koalitionen bei Terra Madre unterstützt Domori, ein renommiertes Unternehmen aus dem Piemont und international anerkannter Akteur der Schokoladenbranche, die Werte der Cacao Coalition mit voller Überzeugung.
PM Slow Food Deutschland e.V.