Datum/Zeit
Date(s) - 24/01/2016
17:00 - 18:30
Veranstaltungsort
Göppingen-Jebenhausen - Jüdisches Museum
Kategorien
Am Sonntag, 24. Januar, um 17 Uhr lädt das Jüdische Museum zu seiner ersten Veranstaltung im neuen Jahr in der Reihe „Dialog im Museum“ ein. Das Thema des Vortrags und des sich daran anschließenden Austauschs lautet „Vom Trauma zur Marke? Zum Umgang mit jüdischer Kultur heute“.
Den Vortrag dazu hält Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba. Der aus Süßen stammende Kulturwissenschaftler ist Lehrender am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt Universität zu Berlin. Der Holocaust ist inzwischen tief und nachhaltig eingeschrieben in deutsches Geschichtsbewusstsein und Erinnern. Nicht mehr versteckt hinter dem großen Schleier der Leiden des Zweiten Weltkriegs, dokumentiert und symbolisiert er sich mitten in der Hauptstadt: in Gestalt des Stelenfeldes. Das macht den Umgang mit der vergangenen wie gegenwärtigen jüdischen Kultur heute „anders“: nicht einfacher, aber offener wie alltäglicher, umstrittener wie spielerischer. „Jüdisch“ wird so gar zur Marke, zum vermeintlich migrantisch-exotischen kulturellen Farbtupfer in urbanen Tourismusangeboten: mit koscherem Essen und Klezmermusik, mit Meschugge-Parties in Berlin und Budapest und Werbung für „Jüdische Viertel“. – Ob dies gut so ist, bleibt zu diskutieren. Eintrittskarten gibt es an der Museumskasse für vier Euro, ermäßigt drei Euro.