Die Päpstin in der Stadthalle

Datum/Zeit
Date(s) - 08/12/2016
19:30 - 21:45

Veranstaltungsort
Göppingen - Stadthalle

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Der Roman „Die Päpstin“ von Donna Woolfolk Cross wurde in den 1990er Jahren ein Bestseller. Es ist die Geschichte einer mutigen Frau und ihres Ringens um eine bessere Welt. Die Schauspielbühne theaterlust aus München sowie die Autorin und Dramaturgin Susanne Felicitas Wolf haben daraus ein spannendes Historiendrama gemacht, das am Donnerstag, 8. Dezember, im Rahmen des städtischen Theaterprogramms in der Stadthalle zu sehen ist

pm409-16-die-paepstin-in-der-stadthalleInhalt des Romans und des Stücks ist eine ungewöhnliche Frauenbiographie aus dem 9. Jahrhundert, aus einer Zeit, in der Bildung nur einigen Auserwählten zugänglich und das Frauenbild der Kirche durch diffamierende Zuschreibungen gekennzeichnet war. In diesem Milieu kämpft sich die später als Päpstin Johanna bezeichnete Frau durch, lernt Latein, Griechisch und Heilkunst. Sie liebt den Markgrafen Gerold, den einzigen Freund und Beschützer ihrer Kindheit und überlebt den Überfall der Normannen knapp. Dabei verliert sie Gerold und gewinnt daraus eine alles verändernde Einsicht: Wenn sie frei und gottgefällig leben will, dann kann sie das nicht als Frau. Als „Bruder Johannes“ geht sie ins Kloster und kommt bis nach Rom. Mit seiner/ihrer Heilkunst kuriert der junge „Mönch“ den schwerkranken Papst, er wird sein Leibarzt und engster Vertrauter – und schließlich sitzt er selbst auf dem Heiligen Stuhl. Er erweist sich als ein guter Papst, ein Papst des Volkes. Als Gerold wieder auftaucht, bricht ein innerer Konflikt in Johanna aus: Folgt sie ihrem Herzen – oder ihrer Berufung? Dieser Zwiespalt und die weitere Entwicklung Johannas stehen im Zentrum des Stücks, dessen Ausgang hier nicht verraten werden soll. Bei Päpstin Johanna, auch Johannes Anglicus, Giovanni Femina oder Frau Jutte genannt, handelt es sich um einen mittelalterlichen Legendenstoff, der von einer sich als Mann ausgebenden, gelehrten Frau erzählt, die als Papst amtiert haben soll. In der kulturhistorischen Betrachtung wird sie zumeist mit Johannes VIII, einem Papst des 9. Jahrhunderts identifiziert. Die heutige Geschichtswissenschaft geht jedoch davon aus, dass es kein reales historisches Vorbild für Johanna gab. Wie dem auch sei: „Die Päpstin“ ist ein fulminantes Historiendrama, das vor zwei Jahren auch mit dem Inthega-Preis ausgezeichnet wurde. Karten gibt es beim ipunkt im Rathaus, Ticket-Service, Hauptstraße 1, Telefon 07161 650-293, und an der Abendkasse.

 

Fotos: Hermann Posch

 

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