Tarifverhandlungsrunde der privaten Banken als unzureichend zurückgewiesen. ver.di kritisiert insbesondere die offerierten neun Monate ohne jede Erhöhung (sogenannte Nullmonate) und die zu geringen Gehaltssteigerungen im Anschluss, bei einer sehr langen Laufzeit von drei Jahren: So sollen die Gehälter erst ab Juli 2027 um 2,2 Prozent und ab Juli 2028 um weitere 2,0 Prozent steigen. Bis zum Ende der Laufzeit im September 2029 ist dann keine Erhöhung mehr vorgesehen.
„Angesichts der Preisentwicklung würde dies weitere Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck nach dem Verhandlungstermin am Montag (2. November 2026) in Frankfurt am Main. „Das ist angesichts der guten Geschäftsentwicklung bei den Banken nicht akzeptabel. Die Beschäftigten könnten sich von ihrem Gehalt immer weniger leisten – obwohl die Anforderungen an ihre Arbeit und der Leistungsdruck ständig steigen.“
Duscheck kritisierte darüber hinaus, dass die Arbeitgeber nach wie vor kein Angebot für Auszubildende und dual Studierende vorgelegt haben. „Das ist besonders enttäuschend. Gerade junge Menschen mit niedrigen Einkommen spüren steigende Mieten und Lebenshaltungskosten sehr deutlich. Wer Nachwuchs gewinnen und halten will, darf ihn am Verhandlungstisch nicht übergehen.“
Der Gewerkschafter bekräftigte die ver.di-Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt für die rund 150.000 Beschäftigten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nachwuchskräfte sollen monatlich 300 Euro mehr erhalten sowie nach ihrer Ausbildung unbefristet in Vollzeit übernommen werden. Zudem setzt sich ver.di in den Verhandlungen für verbindliche Regelungen zu Beschäftigungsschutz, Personalplanung und Qualifizierung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz ein – was die Arbeitgeber, organisiert im Arbeitgeberverband AGV Banken, bislang zurückweisen.
„Die Arbeitgeber verlangen drei Jahre Planungssicherheit für sich, verweigern den Beschäftigten aber verbindliche Sicherheiten für ihre berufliche Zukunft. Gerade beim Einsatz von KI brauchen die Menschen aber Schutz, Qualifizierung und Perspektiven. Diese Fragen gehören an den Tariftisch“, erklärte Duscheck. Er forderte die Arbeitgeber zu deutlichen Verbesserungen auf: „Wir wollen einen tragfähigen Abschluss. Dafür müssen die Arbeitgeber mehr auf den Tisch legen.“
Angesichts des unzureichenden Angebots kündigte ver.di an, die Warnstreiks in den kommenden Wochen auszuweiten. Die Verhandlungen werden am 23. November 2026 in Berlin fortgesetzt.