Datum/Zeit
Date(s) - 18/07/2016
19:30 - 21:30
Veranstaltungsort
Göppingen-Jebenhausen - Jüdisches Museum
Kategorien
Ein Vortrag über Grafeneck und das Christophsbad Göppingen im Nationalsozialismus.
Geschichtlich und erinnerungspolitisch steht Grafeneck – 60 Kilometer südlich von Stuttgart auf der Schwäbischen Alb gelegen – für eines der großen staatlichen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. Vom 18. Januar bis zum 13. Dezember 1940 wurden in Grafeneck 10.654 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – aus 48 Behinderteneinrichtungen und psychiatrischen Kliniken im heutigen Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen ermordet, darunter auch über 150 Patienten des Göppinger Christophsbads. Der Vortrag von Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, schildert die Vorgeschichte und Geschichte dieser ungeheuerlichen Verbrechen im Spannungsfeld nationaler Politik und ihrer Verknüpfung mit Land und Ort. Nach der NS-Zeit gehörten die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen viele Jahrzehnte zu den vergessenen Opfern. Auf nationaler Ebene entstand erst im September 2014 in der Berliner Tiergartenstraße ein Denkmal für diese Opfergruppe. Die Veranstaltung findet am Montag, 18. Juli, im Jüdischen Museum in der Alten Kirche Jebenhausen statt. Im Anschluss an den Vortrag wird eine Broschüre über dieses Thema in der Schriftenreihe des Jüdischen Museums vorgestellt. Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro, ermäßigt vier Euro.
Foto: Denkmal zur NS-„Euthanasie“ und für Jakob van Hoddis im Park des Klinikums Christophsbad