Mit ihrem Fachbuch „Integration internationaler Pflegefachkräfte“ legt Denise Hradecky nicht nur eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit einer der drängendsten Herausforderungen des Gesundheitswesens vor. Sie hat auch ein eigenes wissenschaftliches Integrationsmodell entwickelt, das Krankenhäusern neue Perspektiven für die langfristige Bindung internationaler Fachkräfte eröffnet.
International hat sich die im Göppinger Stadtbezirk Bartenbach lebende Gesundheitswirtschafts-Expertin bereits einen Namen gemacht, berät neben Gesundheitseinrichtungen und Ausbildungsstätten auch Regierungen, wie aktuell in Usbekistan, Kirgistan, Aruba und Portugal. Ein großes Anliegen ist Denise Hradecky jedoch ein funktionierendes Gesundheitswesen in Deutschland. Hier müsse zwar an vielen Stellschrauben gedreht werden, doch ohne eine ausreichende Zahl an Pflegefachkräften gehe es nun mal nicht. Diese nur auf dem heimischen Arbeitsmarkt gewinnen zu wollen sei vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht möglich. Deshalb müsse man im Ausland die Kräfte anwerben und diese hier so integrieren, dass sie langfristig bleiben.
Wie das gehen kann, damit beschäftigt sich Hradecky in ihrem neuen Buch, das im renommierten Fachverlag Springer-Gabler, erschienen ist. Dabei stützt sich die Autorin auf das von ihr entwickelte und bereits international vorgestellte Integrationsmodell. Das habe sie auf der Basis zahlreicher vorliegender wissenschaftlicher Arbeiten entwickelt.
Hradecky setzt in ihrem Modell drei Säulen bei der Fachkräfte-Integration: Struktur, Beziehung und Entwicklung. Zum einen gehe es um klare Zuständigkeiten, verlässliche Prozesse und eine strukturierte Einarbeitung. Die zweite Säule umfasst die Themen soziale Einbindung, Vertrauen und Mentoring, die dritte die kontinuierliche Weiterbildung, unter anderem durch Coaching. Dabei ist es Hradecky wichtig, dass die drei Bereiche nicht als aufeinanderfolgende Schritte verstanden werden, sondern diese dauerhaft ineinandergreifen müssen, damit dauerhafte Integration gelingt,
Damit verschiebt die Autorin die Perspektive. Nicht allein die internationale Pflegefachkraft muss sich an ein neues System anpassen, auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen tragen Verantwortung dafür, geeignete Bedingungen für eine erfolgreiche Integration zu schaffen.
Auch für den Landkreis Göppingen ist das Thema nach Meinung der Autorin von Bedeutung. Denn angesichts des Fachkräftemangels werde die langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiter zu einer zentralen Frage für die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung. Mit ihrem Buch und dem von ihr entwickelten Modell will Hradecky einen Beitrag leisten, die Integration von Pflegefachkräften nicht länger als einzelne Personalmaßnahme, sondern als strategische Aufgabe von Gesundheitseinrichtungen zu verstehen.
Zum Buch: Denise Hradecky: „Integration internationaler Pflegekräfte“, Verlag SpringerGabler (Wiesbaden), ISBN: 978-3-658-52052-6
Foto (Privat): Denise Hradecky präsentiert auch ihr neues Fachbuch am Verlagsstand bei großen Veranstaltungen zum Gesundheitswesen, wie hier in München.
Rüdiger Gramsch