Nach knapp sieben Monaten Bauzeit ist die Sanierung der Geislinger Steige abgeschlossen. Auf drei Kilometern wurden die Fahrbahn erneuert, Stützwände gebaut und die Straßenentwässerung neu geordnet. Auch der Geh- und Radverkehr profitiert von den Arbeiten.
Die B 10 zwischen Geislingen an der Steige (Landkreis Göppingen) und Amstetten (Alb-Donau-Kreis) ist ab Freitagabend, 30. Oktober 2026, wieder für den Verkehr freigegeben. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Ulrich Lange MdB, Verkehrsministerin Nicole Razavi MdL und Regierungspräsidentin Susanne Bay haben die Freigabe der Strecke bei einem Festakt gefeiert.
Sicher unterwegs im Filstal
Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, führte aus: „Es ist ein zentrales verkehrspolitisches Ziel der Bundesregierung, den Wirtschaftsstandort Deutschland durch Investitionen für eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur zu stärken. Damit schaffen und sichern wir Arbeitsplätze. Daher investiert der Bund gezielt, um die Straßeninfrastruktur weiter zu verbessern. Bei Erhaltungsmaßnahmen haben wir immer im Blick, die Verkehrssicherheit und die Umweltverträglichkeit zu erhöhen. Und das ist hier an der B 10 vorbildlich gelungen.“
Verkehrsministerin Nicole Razavi erklärte: „Wer wie ich im Filstal lebt, weiß, wie wichtig die B 10 für die Region ist. Sie verbindet Städte und Gemeinden, bringt Menschen zur Arbeit und ist für die Wirtschaft eine unverzichtbare Verkehrsverbindung. Deshalb freue ich mich besonders, dass die Geislinger Steige nach der umfassenden Sanierung wieder sicher und zuverlässig befahrbar ist. Mit der erneuerten Fahrbahn und der verbesserten Entwässerung stärken wir die Infrastruktur und sorgen dafür, dass die Menschen und Unternehmen in der Region auch künftig gut angebunden sind. Gleichzeitig profitiert der Fuß- und Radverkehr vom neuen Wegenetz. Ich danke dem Bund für die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel.“
Regierungspräsidentin Bay betonte in ihrer Begrüßung, wie wichtig es sei, den Wasserschutz, die Verkehrssicherheit und einen durchgehenden Geh- und Radweg miteinander zu verbinden: „Eine Bundesstraße, die durch ein Wasserschutzgebiet führt, stellt besondere Anforderungen an den Straßenbau. Hier in Geislingen ist es uns gelungen, mehrere Anliegen miteinander zu verbinden. Das macht diese Sanierungsmaßnahme besonders effizient. Ich freue mich außerdem, dass wir die Arbeiten im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen abschließen konnten. Die mit rund 14.000 Fahrzeugen pro Tag sehr belastete Geislinger Steige ist nun – hoffentlich für eine lange Zeit – wieder fit und verkehrssicher.“
Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia sagte: „Die Geislinger Steige ist eine wichtige Lebensader für unsere Stadt und die gesamte Region. Umso mehr freue ich mich, dass die vergangenen Monate, die für viele Menschen eine besondere Herausforderung waren, nun ein gutes Ende finden und diese bedeutende Verkehrsverbindung wieder freigegeben wird. Für viele Bürgerinnen und Bürger, Pendlerinnen und Pendler sowie unsere Unternehmen bedeutet das eine große Erleichterung im Alltag. Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Sanierung beteiligt waren, sowie allen, die die Einschränkungen mit viel Geduld und Verständnis mitgetragen haben. Die vergangenen Monate haben aber auch einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur für unsere Region ist. Deshalb blicken wir bereits hoffnungsvoll auf den Herbst 2027, wenn die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren der neuen B 10 fertiggestellt sein sollen. Denn eines ist klar: Die neue B 10 muss kommen!“
Erneuerte Fahrbahn und verbesserter Gewässerschutz
Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte im April 2026 mit dem zweiten Bauabschnitt der Sanierung begonnen. Ein Schwerpunkt war die Neuordnung der Straßenentwässerung. Bislang wurde das Regenwasser von der Fahrbahn teilweise gesammelt und unbehandelt über die Böschung abgeleitet oder breitflächig versickert. Künftig wird es gesammelt, in einem Regenrückhalte- und -klärbecken behandelt und anschließend in die Rohrach geleitet. Damit wird der Schutz des Wasserschutzgebiets verbessert.
Für die neue Entwässerung waren umfangreiche Arbeiten an der bestehenden Fahrbahn notwendig. Zwischen der Schimmelmühle und der Einmündung der K 1440 bei Wittingen wurden zwei Stützbauwerke mit einer Gesamtlänge von rund 600 Metern neu gebaut. Zusätzlich wurde eine bestehende Stützwand unterhalb der B 10 auf der Talseite saniert.
Bereits im ersten Bauabschnitt zwischen dem Ortsausgang Geislingen und der Schimmelmühle war eine fast 900 Meter lange und bis zu 4,5 Meter hohe Stützwand für den Geh- und Radweg entstanden. Über beide Bauabschnitte hinweg wurden auf einer Strecke von insgesamt drei Kilometern der Fahrbahnbelag und die Schutzplanken erneuert sowie die Entwässerung neu geordnet.
Baukosten und Hintergrundinformationen
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich voraussichtlich auf rund 22 Millionen Euro und werden vom Bund getragen. Darin enthalten sind 4,7 Millionen Euro für den im ersten Bauabschnitt neu gebauten Radweg sowie rund 700.000 Euro für die Ertüchtigung des bestehenden Feldwegs zum Geh- und Radweg im zweiten Bauabschnitt.
Nach mehreren Unfällen wies die Feuerwehr Geislingen auf die besondere Situation der B 10 im Wasserschutzgebiet hin. Daraufhin wurde die Planung aufgenommen. Zunächst sollte vor allem die Entwässerung an die Anforderungen für Straßen in Wasserschutzgebieten angepasst werden.
Im Zuge der weiteren Planung zeigte sich, dass dafür umfangreiche Eingriffe in die Fahrbahn erforderlich waren. Zudem wiesen Abschnitte des ersten Bauabschnitts ein sehr geringes Längs- und Quergefälle auf und waren unfallauffällig. Deshalb wurde entschieden, den Asphalt auf der gesamten, rund drei Kilometer langen Strecke zu erneuern.
Die Sanierung wurde in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Bereits 2020 und 2021 war als vorbereitende Maßnahme ein Regenrückhalte- und -klärbecken gebaut worden. 2024 folgte der erste Bauabschnitt zwischen dem Ortsausgang von Geislingen und der Schimmelmühle. Dabei wurde auch ein neuer Geh- und Radweg angelegt. Der zweite Bauabschnitt konnte aufgrund der begrenzten Fahrbahnbreite nur unter vollständiger Sperrung der Strecke umgesetzt werden. Während der Bauzeit wurde der Verkehr umgeleitet.
PM Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg