Polizei kontrollierte am Donnerstag (1.10.) in Eislingen und am Samstag (3.10.) in Salach E-Scooter.
Immer mehr Menschen nutzen E-Scooter für kurze Wege im Alltag. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Elektrokleinstfahrzeuge beteiligt sind. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei im Landkreis Göppingen 43 Unfälle unter Beteiligung von E-Scootern – ein Anstieg im Vergleich von rund 126 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Dabei wurden bei 35 Unfällen mit Personenschaden insgesamt drei schwer und 34 leicht verletzt. Bei acht Unfällen blieb es bei Sachschaden. (nachzulesen unter https://ppulm.polizei-bw.de/verkehrsstatistik-landkreis-goeppingen/ )
Vor diesem Hintergrund und auch nach einem Aufruf zu einem „E-Roller Rideout – Gemeinsam Elektrisch“ führte die Polizei Eislingen am Donnerstag in der Zeit von 16 Uhr bis 17.30 Uhr gezielte Verkehrskontrollen in der Eislinger Innenstadt und insbesondere auf dem Schloßplatz durch. Ziel der Kontrollaktion war es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, Verstöße konsequent zu ahnden und gleichzeitig über die geltenden Vorschriften für die Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen aufzuklären.
An dem Rideout nahmen rund 80 Personen, 40 E-Scooter und rund 20 Fahrräder teil. Im Bereich einer Schule konnten 23 Personen und 13 E-Scooter genauer unter die Lupe genommen werden. Die Einsatzkräfte stellten neun Verstöße fest. Diese reichten von Ordnungswidrigkeiten bis hin zu Straftaten – wie etwa Fahrten ohne gültigen Versicherungsschutz (4), das Zulassen zum Fahren ohne Pflichtversicherung (4) sowie eine Urkundenfälschung. Am Samstag, den 3.10., hatte dieselbe Person erneut zu einem „Rideout“ in Salach aufgerufen. Deshalb zeigte die Polizei Eislingen zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr Präsenz. Die Beamten konnten kurz nach 17 Uhr rund 30 E-Scooter-Fahrende zwischen Salach und Eislingen feststellen. Die waren größtenteils zwischen 14 und 16 Jahren alt und konnten schließlich in der Salacher Straße in Eislingen kontrolliert werden. Zwei der Fahrenden hatten während der Fahrt telefoniert. An diesem Tag blieb es lediglich bei Ordnungswidrigkeiten.
Polizeihauptkommissar Dominik Kocur vom Polizeirevier Eislingen zieht eine positive Bilanz der Kontrollaktion: „Die deutliche Zunahme der Unfallzahlen zeigt, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. E-Scooter-Fahrende sind bei einem Zusammenstoß oder Sturz weitgehend ungeschützt und tragen deshalb ein besonders hohes Verletzungsrisiko. Mit unseren Kontrollen wollen wir Regelverstöße konsequent verfolgen, zugleich aber auch für eine verantwortungsbewusste und rücksichtsvolle Nutzung sensibilisieren.“ Die Polizei Eislingen steht hierbei in allen Belangen als Garant für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und wird nicht rechtskonforme Fahrzeuge konsequent aus dem Verkehr, als auch die Fahrer zur Verantwortung ziehen, ergänzt der Leiter des Polizeireviers, Erster Polizeihauptkommissar Gajo. Hierbei ist der Anteil an technisch veränderten E-Scootern sehr auffallend. Es soll auch eine Prüfung des Einzugs entstandener Einsatzkosten der Polizei stattfinden.
Die wichtigsten Regeln für E-Scooter auf einen Blick: – Kein Führerschein erforderlich – Mindestalter: 14 Jahre – Versicherungspflicht (gültige Versicherungsplakette erforderlich) – Betriebserlaubnis des Fahrzeugs notwendig – Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h – Nutzung auf Radwegen, ersatzweise auf der Fahrbahn – Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu (sofern nicht ausdrücklich freigegeben) – Keine Mitnahme weiterer Personen – Kein Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss – es gelten die gesetzlichen Vorschriften – Das Fahrzeug muss sich in einem verkehrssicheren Zustand befinden (Beleuchtung, Klingel, Bremsen) Die Polizei empfiehlt darüber hinaus das Tragen eines Fahrradhelms. Zwar besteht hierfür keine gesetzliche Pflicht, ein Helm kann bei einem Sturz jedoch das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich verringern. Die Polizei wird auch künftig gezielte Kontrollen durchführen. Neben der konsequenten Verfolgung von Verkehrsverstößen setzt sie weiterhin auf Aufklärung, um die Zahl der Unfälle nachhaltig zu reduzieren.
PM Polizeipräsidium Ulm