„Unsere Demokratie ist nicht selbstverständlich“ appellierte Bürgermeister Dennis Eberle bei der Feier zum 3. Oktober in Salach. Und dankte den zahlreichen Teilnehmern auf dem Rathausplatz, dass sie „ein Zeichen setzen“. Mit ‚Unsere Demokratie ist es wert’ hatten die Initiatoren aus den Reihen der Salacher SPD zu einem Treffen am ‚Tag der Einheit‘ geladen. „Deutschland und Europa sind nur gemeinsam stark“, forderte Peter Hofelich, Vorstandsvorsitzender des Europazentrums Baden-Württemberg, am Ende zu pro-europäischem Denken und Handeln auf.
Rund 80 Teilnehmer fanden sich am Samstagvormittag zu einer Feier des ‚Tages der deutschen Einheit‘ vor dem Rathaus unter der schwarz-rot-goldenen Flagge unserer Republik ein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Staudenmayer, einer der Initiatoren, die binnen zwei Wochen die Veranstaltung angesichts der prekären Lage unseres Landes auf die Beine gestellt hatten, begrüßte und wies auf die einhellige Unterstützung aus dem Salacher Gemeinderat hin. Bürgermeister Dennis Eberle, der spontan einen Beitrag zugesagt hatte, rief in einer beherzten Ansprache „gegen Gleichgültigkeit“ und gegen Extremismus auf und betonte die Werte, die uns leiten und stärken. Er riet dazu, die Leistungen der Demokratie und insbesondere der kommunalen Selbstverwaltung nicht bloß passiv zu konsumieren. Demokratie lebe von Teilhabe, konstruktiver Kritik und Kompromiss. Er forderte auf, sich „zu beteiligen“.
Das abwechslungsreiche Programm …
Irina Kadijevic und Klaus Spachmann aus dem Salacher SPD-Vorstand führten anschließend durch das Programm. Ein besonderer Höhepunkt: das ‚Gästebuch der Demokratie‘, aus dem beide Online-Kommentare von Salachern zum 3. Oktober aus den zurückliegenden Tagen zitierten. Immer wieder genannt: Die Bedeutung der Freiheit und die Aufforderung, sich jetzt für Demokratie und gegen Extremismus einzusetzen. Dass der Einsatz für das ‚Pro‘ in Deutschland der rote Faden des Vormittags war, spiegelten die Beiträge von Salacher Kunstschaffenden : Martin Peschel konnte man beim malerischen Entstehen eines Bildes in Fragen aufwerfendem ‚schwarz rot gold‘ zusehen. Günter Rocznik stellte zwei Bilder seiner Reihe ‚Hinschauen – Wegschauen – Gemeinsam gegen Rechtsradikalismus‘ aus. Melissa Tenlik zeigte ihre in einem Jugendwettbewerb preisgekrönte Collage ‚Bunt statt blau‘, das Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen aufgreift. Am Mikrofon rezitierte Irene Ferchl zwei Gedichte von Marie Luise Kaschnitz. Die Botschaft: ‚Tut was‘. Und Doro Peschel las aus einem von ihr für ihre deutsch-indische Enkelin niedergeschriebenem Gedicht vor, als diese sie fragte ‚muss ich gehen?‘ – und mit ihrer Wut auch ihr Mut für wehrhafte Haltung wuchs. Zwischen den Beiträgen sorgte Fabia Caputo am Saxophon für vielbeklatschte besondere Momente.
Deutsche Zukunft mit Europa …
Nachdem Markus Edinger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, das Zustandekommen der Feier lobte und die Unterstützung seiner Fraktion für eine Fortsetzung nach diesem gelungenen Auftakt bekundete, war es am heimischen Mit-Initiator Peter Hofelich, als Vorstandsvorsitzendem des Europazentrums Baden-Württemberg den Blick zu weiten: „Es ist falsch, Deutschland gegen Europa in Stellung zu bringen. Beider Stärke bedingt sich gegenseitig!“. Dies gelte nicht nur im Blick auf die Errungenschaften, wie die starke Währung des Euro oder freien Handel und selbstverständlichen Binnengrenzübertritt. Auch die Herausforderungen könne man nur gemeinsam bewältigen: von Handelsabkommen über Verteidigungsfähigkeit bis zur Regulierung des Internet. „Am Ende verbindet uns aber am meisten der Wille zur Freiheit, zur Menschenwürde und zur Demokratie!“
Die Nationalhymne ..
Danach erklang die europäische Hymne, Ludwig van Beethovens ‚Ode an die Freude‘ und abschließend gemeinsam und lautstark von allen auf dem Platz gesungen, die deutsche Nationalhymne. Ausdruck des bürgerschaftlichen Zusammenhalts und eines entschlossenen Patriotismus für eine wehrhafte Demokratie!
Im Anschluss: die ‚Unvergess-Bar‘ und heitere Geselligkeit …
Wie selbstbewusst und gleichzeitig heiter und gelassen diese Haltung gelebt wurde, zeigte das anschließende gemütliche Beisammensein auf dem mittlerweile von der Herbstsonne beschienenen Platz. Gemeinderat Andi Tramacere hatte seine ‚Unvergess-Bar‘ eröffnet und lieferte mit coolen anti-alkoholischen Cocktails, Sekt und Prisecco samt Sprudeln, dazu Snacks von ‚Edinger’s, den perfekten Rahmen. „Das kann der Start einer neuen Tradition werden“, hörte man allenthalben. Alle lobten die Initiative, den ‚Tag unserer Republik‘ zu feiern, für eine ‚Demokratie, die es uns wert ist‘.
PM SPD OV Salach