Die Verbraucherzentrale erklärt, warum Betroffene die Schreiben kritisch prüfen sollten und wann Handlungsbedarf besteht.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erhält derzeit vermehrt Meldungen über Schreiben der Deutsche Messwesen GmbH, einem privaten, wettbewerblichen Messstellenbetreiber. Die Briefe, die ohne persönliche Anrede verschickt werden, vermitteln den Eindruck, dass Verbraucher:innen kurzfristig handeln und zeitnah ein Smart Meter einbauen lassen müssten. Doch dieser Eindruck täuscht.
„Der Anbieter versucht mit einer zeitlichen Frist von sechs Wochen und einer kostenlosen Installation in dieser Zeit Druck aufzubauen,“ sagt Tina Schwenk, Leiterin der Abteilung Bauen, Wohnen, Energie bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich durch solche Schreiben nicht verunsichern lassen“. Zum Einbau verpflichtet sind Verbraucher:innen derzeit nur in bestimmten Fällen, beispielsweise, wenn sie einen hohen Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, eine Wärmepumpe oder stromerzeugende Anlagen wie eine Photovoltaik-Anlage haben.
Fragwürdige Versprechen
Neben der kostenlosen Installation wirbt der Anbieter in dem Anschreiben damit, dass der Gesetzgeber den Einbau von Smart Metern bei Hausbesitzern mit Batteriespeicher, Wärmepumpe oder Wallbox durch ein reduziertes Netzentgelt unterstützt. „Ob und in welcher Höhe Einsparungen möglich sind, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab und lässt sich deshalb nicht pauschal zusichern,“ so Schwenk. Kritisch sieht sie außerdem, dass die kostenlose Installation besonders hervorgehoben wird, während die jährlichen Kosten von 99 Euro und die Vertragslaufzeit von 24 Monaten deutlich weniger prominent dargestellt werden.
Was sollten Verbraucher:innen jetzt tun?
Verbraucher:innen sind nicht verpflichtet, sich bei der Deutsche Messwesen GmbH zu melden. Sie können die Schreiben einfach ignorieren. Erst, wenn sich der grundständige Messstellenbetreiber – meist der örtliche Stromnetzbetreiber – meldet, müssen Verbraucher:innen handeln und sich um den Einbau eines Smart Meters kümmern. Allen, die ein Smart Meter bekommen sollen oder den Einbau selbst veranlassen möchten, rät Schwenk, sich unabhängig beraten zu lassen und mehrere Angebote einzuholen. So lassen sich die Kosten für Einbau und Betrieb besser vergleichen.
Hintergrund
Bis 2032 sollen alle Haushalte in Deutschland mit digitalen Stromzählern ausgestattet werden. Bestimmte Haushalte mit hohem Stromverbrauch, stromerzeugenden Anlagen oder Wärmepumpen erhalten intelligente Messsysteme, die Smart Meter. Informationen zu den verschiedenen Zählertypen sowie ihren Vor- und Nachteilen finden Verbraucher:innen unter: www.vz-bw.de/node/13275.
PM Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.