Die 40 Dax-Konzerne haben ihre Beschäftigtenzahl binnen eines Jahres um 47.700 oder 1,2 Prozent zum Ende des Geschäftsjahres 2025 gesenkt. Sie schneiden damit im Vergleich mit den großen Nachbarländern wie Frankreich, Italien oder Spanien am schlechtesten ab.
Das zeigt eine Untersuchung der Strategieberatung EY-Parthenon, über die das Handelsblatt berichtete. Demnach bauten Frankreichs Topunternehmen nur 0,2 Prozent Personal ab, Italiens und Spaniens Konzerne legten je 0,9 Prozent zu.
Das liegt aber nicht an den politischen Rahmenbedingungen, die in Italien oder Spanien besser sind, es liegt an den Vorständen und Aufsichtsräten der DAX-Konzerne. Sie verwalten ihre Firma mehr, als dass sie in die Zukunft schauen und in neue Produkte investieren.
Immer noch werden in Deutschland viele Erfindungen gemacht, aber sie werden nicht in Deutschland umgesetzt. Den Bossen fehlen Mut und Selbstvertrauen.
Schon heute pendeln ArbeiterInnen aus den osteuropäischen Ländern nicht mehr nach Deutschland. Sie gehen in Länder, in denen sie heute mehr verdienen und die Rahmenbedingungen besser sind.
Spanien hat jüngst pauschal Migranten eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung gegeben, weil die Migranten dringend als Arbeitskräfte gebraucht werden. Und ich kenne persönlich Migranten, die in Deutschland anerkannt und gearbeitet haben, aber wegen besserer Bedingungen wie verfügbarer Wohnraum, nach Italien gezogen sind und dort arbeiten.
Bald werden auch deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Ausland gehen um dort zu arbeiten. Dann sind Deutsche die Gastarbeiter!
Joachim Abel