IG Metall beschließt Forderungspaket: 5 Prozent mehr Geld, sichere Jobs und Gewinnbeteiligung

  • Metall- und Elektroindustrie: Gewerkschaft fordert Antworten auf alle Lagen der Unternehmen ein
  • Benner: „Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen.“
  • Boguslawski: „Unser Paket ist verantwortungsvoll, gerecht und passgenau“

 

Vielfältige Forderung für eine differenzierte Lage: Bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall die Kaufkraft stärken und Arbeitsplätze schützen. Beschäftigte in Boom-Unternehmen sollen ein tarifliches Extra bekommen. Das beschloss der IG Metall-Vorstand am Mittwoch:

  • 5 Prozent mehr Geld. Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen sollen bessergestellt werden.
  • Eine tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie.
  • Eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Boom-Unternehmen.

„Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen“, sagt Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. „Verzicht bringt nichts voran. Statt Krisenrhetorik, Angriffen auf soziale Standards und Schwarzmalerei erwarten die Beschäftigten sichere Jobs, Ausgleich für gestiegene Preise und einen gerechten Anteil an den Gewinnen der Unternehmen. Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen akzeptieren wir nicht.“

Laut Erhebungen der Gewerkschaft ist der Auftragsbestand in zwei Dritteln der Unternehmen gut oder sehr gut. Die Mehrheit erwartet zudem eine gute oder sehr gute Entwicklung in nächster Zeit. Gleichzeitig beobachtet die IG Metall unterschiedliche, einzelne Lagen der Teilbranchen. So boomen die Aufträge insbesondere bei Herstellern von Schiffen, Schienenfahrzeugen, in der Medizintechnik, in der Luft- und Raumfahrt sowie der Rüstung. Bei einem Drittel der Unternehmen, insbesondere in der Autoindustrie oder im Maschinenbau, ist die Auftragslage schlecht bis sehr schlecht.

Tarifliche Antworten auf alle Lagen der Unternehmen

IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski betont: „Unser Forderungspaket ist verantwortungsvoll, gerecht und passgenau. Wir bieten und verlangen von den Arbeitgebern tariflich Antworten für die vielfältigen wirtschaftlichen Situationen: vom Krisen- bis zum Boom-Betrieb.“

„Wer Aufschwung will, braucht Kaufkraft“, sagte Nadine Boguslawski. „Die Beschäftigten spüren steigende Lebenshaltungs-, Wohn- und Gesundheitskosten. Deshalb braucht es eine spürbare Entgelterhöhung von 5 Prozent. Diese Stütze braucht auch die Binnenkonjunktur.“ Darüber hinaus will die IG Metall den tariflichen Werkzeugkasten überprüfen, ob in Krisenunternehmen die Instrumente für Beschäftigungssicherung und Zukunftsinvestitionen ausreichen. Boguslawski betont: „Beschäftigte verzichten dort bereits auf tarifliche Leistungen, ermöglichen den Wandel und sichern Arbeit.“

Als neues Thema verlangt die IG Metall im Flächentarifvertrag für Beschäftigte eine Gewinnbeteiligung in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage. Boguslawski: „Wer außergewöhnlichen Erfolg erarbeitet, soll auch am Erfolg beteiligt werden.“

Gewerkschafts-Chefin Benner bietet den Arbeitgebern konstruktive Tarifverhandlungen an. „Unser Automobilaktionstag am 21.9. hat gezeigt, dass die Beschäftigten kampfbereit sind, wenn es um ihre Forderungen und ihre Zukunft geht. Das lässt uns selbstbewusst in die Tarifrunde starten, denn wir sind eskalationsfähig.“

Die von den IG Metall-Bezirken regional geführten Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie starten ab dem 7. Oktober. Die Friedenspflicht endet mit dem 31. Oktober, ab 1. November sind Warnstreiks möglich. In der Branche arbeiten über 3,7 Millionen Beschäftigte.

PM IG Metall

 

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