Geothermie stärkt Resilienz im Wärmesektor und spart Heizkosten

Mit Blick auf die politischen und geopolitischen Entwicklungen dieses Jahres ist die Heizsaison wie selten zuvor von Unsicherheit geprägt. Deutschland braucht eine Antwort auf die drängende Frage, wie eine resiliente Wärmeversorgung gestaltet werden kann. Geothermie ist dabei ein entscheidender Baustein auf dem Weg in die energiepolitische Unabhängigkeit und spart Heizkosten.

Auf nationaler und internationaler Ebene hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass eine Antwort auf die Frage, wie Deutschland eine resiliente Wärmeversorgung gestaltet, keinen Aufschub duldet. Die Blockade der Straße von Hormus, die in der Folge steigenden Preise für Öl und Gas sowie das durch den Bundestag beschlossene Gebäudemodernisierungsgesetz mit seiner Verlängerung des Einsatzes von fossilem Öl und Gas und einer unterambitionierte Biotreppe sorgen bei Bürgerinnen und Bürgern für Verunsicherung. Die Wärmewende ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit.

Insbesondere Mieterinnen und Mieter fürchten, hier künftig finanziell für Entscheidungen Verantwortung zu tragen, auf die sie keinen Einfluss haben. Damit ist die Dekarbonisierung des Gebäudesektors längst nicht mehr nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch eine soziale und politische. Eine vom Bundesverband Geothermie e. V. (BVG) bei der Prognos AG in Auftrag gegebene Kurzstudie zeigt, dass Erdwärmepumpen langfristig die günstigste Heizungsoption sind. Mit ihrer Langlebigkeit sind sie zudem eine Investition in die Zukunft und in den Gebäudewert. 

Der kürzlich veröffentlichte Heizspiegel der Beratungsgesellschaft CO₂-Online stellt dar, dass der durchschnittliche Preis für das Heizen mit Erdgas im Jahr 2025 um 14 Prozent gestiegen ist (bei einer 70  Wohnung in einem Mehrfamilienhaus). Laut der Prognose von CO₂-Online könnte sich dieser im Jahr 2026 zwar um 4 Prozent verringern, langfristig wird das Heizen mit fossilen Energieträgern aber immer teurer werden, und zwar deutlich: Bis 2045 könnten sich die Kosten hier verdoppelt haben.

Vor diesem Hintergrund appelliert der BVG an die Bundesregierung, sich zeitnah der wichtigen Frage einer resilienten Wärmeversorgung zu stellen, die Deutschland unabhängiger von Brennstoffimporten macht. Eine solche Wärmeversorgung stärkt nicht nur die Preis- und Versorgungssicherheit, sondern auch die heimische Wirtschaft, denn wo erneuerbare Wärme vor Ort gewonnen und genutzt wird, entstehen Investitionen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung entlang regionaler Liefer- und Dienstleistungsketten. Anstatt Mittel für den Import von Brennstoffen aufzuwenden, können sie so stärker im Land bleiben und den Aufbau einer leistungsfähigen heimischen Industrie unterstützen. Diese vielfältigen Anforderungen an Resilienz sind herausfordernd – umso glücklicher kann sich der Standort Deutschland schätzen, mit Geothermie eine seit Jahrzehnten erprobte Technologie in der Anwendung zu haben, die diesen Anforderungen gerecht wird.

„Die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit sollten uns dazu ermutigen, die Lücke zwischen dem Potenzial der Geothermie und ihrem tatsächlichen Ausbau zu schließen. Deutschland braucht eine resiliente Wärmeversorgung, das ist zunehmend auch politischer Konsens. So forderte die 7. Energieministerkonferenz im Mai 2026 die Bundesregierung explizit dazu auf, zeitnah eine umfassende nationale Resilienzstrategie auszuarbeiten. Insbesondere die Frage, woher die Brennstoffe kommen sollen, ist derzeit unbeantwortet und sollte zügig geklärt werden,“ sagt BVG-Geschäftsführer Gregor Dilger.

Aus Sicht der Geothermiebranche ist die Bundesregierung nun am Zug, einen Prozess aufzusetzen, der eine systematische Stärkung der Resilienz unserer Energieversorgung zum Ziel hat und die dafür erforderlichen Maßnahmen konkret auf den Weg bringt. 

Über den Bundesverband Geothermie e.V.:

Der 1991 gegründete Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung in allen Bereichen der Forschung und Anwendung tätig sind. Er vereint Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche. Hauptaufgaben des Verbandes sind die Information der Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten geothermischer Energie zur Wärme- und Stromerzeugung sowie der Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Der BVG organisiert den jährlichen Geothermiekongress DGK ebenso wie Workshops zu aktuellen Themen und ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Geothermische Energie“ sowie weiterer Informationsmaterialien. Der DGK 2026 findet vom 20.-22. Oktober in Potsdam statt.

 

PM Bundesverbandes Geothermie e.V

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