Die Entwicklung der Eislinger Mitte schreitet voran. Nach der Eröffnung der Mühlbachtrasse, der Umsetzung eines neuen Kreisverkehrs und dem Abriss der Hauptstraßenbrücke im Folgejahr 2027 ist eine neue Radunterführung geplant. Sie ist der nächste konsequente Baustein des Rahmenplans „Innere Stadt 2030“ und ergänzt künftig die bestehende Schlosspassage am Bahnhof. Im Oktober steht im Gemeinderat zur Diskussion, ob die Radunterführung realisiert werden soll.
Die Mitte Eislingens soll zu einem verbindenden Element mit Aufenthaltsqualität umgebaut werden. Während die neue Mühlbachtrasse vorrangig für den motorisierten Verkehr geplant und gebaut wurde, sieht das Gesamtkonzept auch eine verkehrsberuhigte Achse vom Hirschkreisel bis zur Schloss-Straße östlich vom Rathaus vor. Das Herzstück dieser neuen Stadtmitte ist der Schlossplatz. Die bestehende Unterführung am Bahnhof hat im Alltag eine sehr hohe Bedeutung für den Fuß- und Radverkehr. Sie stellt die einzige Querungsmöglichkeit der Bahnstrecke abseits vom Autoverkehr dar. Im Schnitt queren hier täglich rund 1.500 Radfahrer und über 3.000 FußgängerFür viele Schülerinnen und Schüler ist sie Teil des täglichen Schulwegs.
Zu den größten Defiziten der Unterführung zählen die nahezu rechtwinkligen Zufahrtsrampen mit engen Kurven. Radfahrende haben keinen Einblick in die Unterführung und somit keine Sichtbeziehungen zu möglichem Gegenverkehr. Sowohl für Radfahrer als auch Fußgänger hat der nachträgliche Einbau des DB-Aufzugs auf die Gleise eine weitere Engstelle geschaffen. Zu Stoßzeiten, besonders bei an- und abfahrenden Zügen, kommen hier viele Verkehrsteilnehmer auf engem Raum zusammen.
Diese Situation soll durch eine weitere, bisher mit 6 m Breite geplante Radunterführung verbessert werden. Sie ist östlich versetzt zur bestehenden Schlosspassage angeordnet. Der Radverkehr wird damit eine am östlichen Rand des Platzes verlaufende, geradlinige Rampe mit guten Sichtbeziehungen durch die Unterführung erhalten und geradeaus weiter im Übergangsbereich zwischen neuem Schlossplatz und Schlosspark zur Hauptstraße geführt. Der Höhenunterschied von rund drei Metern zwischen dem künftigen Niveau des Schlossplatzes und der Unterführung bleibt auch künftig gut überwindbar.
Auch für Fußgänger hat der Bau einer neuen Radunterführung Vorteile. Die bestehende Unterführung kann dann auf voller Breite von Passanten genutzt werden. Im Zuge der Platzumgestaltung wird zur Unterführung hin eine neue Treppenanlage mit einer barrierefreien Rampe kombiniert.
Die Umsetzung der Baumaßnahme ist für das Jahr 2029 vorgesehen, da voraussichtlich im Anschluss 2030 die Sanierung der Bahnstrecke der Filstalbahn ansteht.
Die Radunterführung Schlosspassage wird seit vielen Jahren im Eislinger Gemeinderat diskutiert. Die notwendigen baurechtlichen Grundlagen wurden mit dem Planfeststellungsbeschluss durch das Regierungspräsidium Stuttgart im Jahr 2021 geschaffen. Eine Förderung von Seiten des Landes und des Bundes steht mit rund 90 % der Baukosten in Aussicht. Der Eigenanteil der Stadt für den Bau der Radunterführung inklusive der Vorplätze mit Rampen und Treppenanlage liegt bei rund 3,22 Mio. Euro. Eine hohe Investition in Zeiten knapper Kassen – zugleich eine Investition in die Mobilität der Stadtmitte, von der zahlreiche Verkehrsteilnehmer im Alltag langfristig profitieren würden.
Die Unterlagen zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 19. Oktober 2026 stehen bereits zur Einsicht auf der Website der Stadt Eislingen bereit. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.eislingen.de/neue-mitte/radunterfuehrung über das Vorhaben informieren und sind herzlich zur öffentlichen Sitzung eingeladen. Außerdem startet am 24.09.2026 eine Bürgerumfrage, um ein Meinungsbild einzuholen. Die Online-Umfrage wird ebenfalls auf der Website eingestellt.
Foto (Bildquelle: Stadt Eislingen): Aktuell müssen Fahrradfahrende enge scharfe Kurven fahren, um in Eislingen unter die Gleise hindurch zu kommen. Am 19.10.2026 entscheidet der Gemeinderat, ob stattdessen eine neue gerade geführte Radunterführung gebaut werden soll.
PM Stadtverwaltung Eislingen