Neue Impulse für eine starke Partnerschaft Eislingen und Oyonnax schlagen gemeinsam ein neues Kapitel ihrer Städtepartnerschaft auf

Nach 25 Jahren Partnerschaft begegnet sich erstmals die neue Generation der Verantwortungsträger beider Städte. Sowohl in Eislingen als auch in Oyonnax wurden im Frühjahr neue Stadtoberhäupter gewählt. Im Mittelpunkt des Besuchs stand daher die erste persönliche Begegnung zwischen Bürgermeister Laurent Harmel und Oberbürgermeister Oliver Marzian.

Mit vielen neuen Eindrücken, herzlichen Begegnungen und großer Zuversicht für die Zukunft ist eine elfköpfige Delegation aus Mitgliedern des Gemeinderats, des Partnerschaftskomitees, aus Vereinsvertretern und der Stadtverwaltung von ihrem Besuch in der französischen Partnerstadt Oyonnax zurückgekehrt. Die Reise stand ganz im Zeichen des Kennenlernens und der Vorfreude, dass die Verbindung mit neuer Energie fortgesetzt wird. Es war schnell spürbar, dass die lebendige Verbindung weit mehr ist, als ein offizieller Kontakt zwischen Rathäusern. Herzlichkeit und echte Gastfreundschaft prägten die Begegnungen schon von der ersten Minute an. Besonders deutlich wird dies durch die Unterbringung der deutschen Gäste bei privaten Gastgebern. Dieses Prinzip ist das traditionelle Herzstück der Verbindung zwischen beiden Städten – seit 25 Jahren. Aus vielen dieser Begegnungen sind über die Jahre feste Freundschaften entstanden, die bis heute Bestand haben. Doch nicht nur die persönlichen Begegnungen machten den Aufenthalt besonders. Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm eröffnete dem Eislinger Oberbürgermeister einen Einblick in die Geschichte, Kultur und das Lebensgefühl der Stadt. Dazu gehörte ein gemeinsamer Stadtrundgang ebenso wie Besuche des Industrie- und Kammmuseums. Eindrucksvoll waren die Stationen zur Geschichte der Résistance, die in Oyonnax während des Zweiten Weltkriegs eine besondere Rolle spielte. „Es ist für mich ein tief bewegendes und zugleich mahnendes Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte“, sagte Oberbürgermeister Oliver Marzian. „Es bleibt unsere dauerhafte Pflicht, diese Erinnerung wachzuhalten und im Herzen zu bewahren.“ Einen ganz anderen, aber ebenso authentischen Einblick in die Identität der Stadt erhielten die Eislinger beim Besuch des Rugby-Spiels im Stade Charles Mathon. Denn wer Oyonnax verstehen möchte, kommt an Rugby nicht vorbei. Rugby gehört zur Identität der Stadt, prägt das Gemeinschaftsgefühl und sorgt regelmäßig dafür, dass sich Stadt und Region hinter der Mannschaft versammeln. Dass die deutschen Gäste bereits in den Vereinsfarben Rot und Schwarz erschienen und noch vor Ort mit Fanschals und Caps ausgestattet wurden, machte deutlich, dass der anvisierte Sieg der „Les Oyomen“ an diesem Abend gemeinsam mit viel Jubel unterstützt wurde. Den Höhepunkt erreichte das Wochenende beim offiziellen Empfang im Rathaus. Vor zahlreichen Gästen setzte der Oyonnaxer Bürgermeister einen bewegenden Moment. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit – und zugleich als Ausblick auf die gemeinsame Zukunft, übergab Bürgermeister Laurent Harmel die Medaille der Stadt Oyonnax an Oberbürgermeister Oliver Marzian. Sie werde nur zu besonderen Anlässen überreicht und stehe für die gemeinsame Geschichte seit der Gründung der Städtepartnerschaft im Jahr 2001, führte der Oyonnaxer Bürgermeister aus. Gleichzeitig sei sie Ausdruck eines gemeinsamen Versprechens: die Freundschaft weiterzutragen, ihr immer wieder neue Impulse zu geben und sie an die nächste Generation weiterzureichen. Wenn die Partnerschaft auch in Zukunft lebendig bleiben solle, müsse sie von jungen Menschen getragen werden, betonte BM Harmel. „Denn sie sind es, die unsere Verbindung morgen weiterleben lassen werden.“ Zuvor hatte der französische Bürgermeister bereits beschrieben, was die Städtepartnerschaft für ihn ausmacht: gemeinsame Erinnerungen, dass sich Familien gegenseitig willkommen heißen und manchmal auch Unterschiede, über die man gemeinsam lachen kann. Dass dies nicht nur ein schöner Gedanke, sondern gelebte Wirklichkeit ist, hatte das Wochenende mehrfach gezeigt. Mit einem Schmunzeln erinnerte BM Harmel an den gemeinsamen Besuch des Rugby-Spiels im Stade Charles Mathon. Dort habe man kaum erkennen können, wer als Franzose und wer als Eislinger ins Stadion gekommen sei. „Das war ein schönes Bild“, unterstrich der Oyonnaxer Bürgermeister. Oberbürgermeister Oliver Marzian würdigte in seinem Grußwort die Offenheit, mit der die Eislinger Delegation empfangen worden war. „Von ganzem Herzen danke ich Ihnen für die freundschaftliche Einladung und den ausgesprochen warmherzigen Empfang.“ Gleichzeitig richtete er auch den Blick nach vorne. „Dieser Besuch stärkt meine tiefste Überzeugung: Europa lebt durch Begegnungen von Mensch zu Mensch. Europa wächst durch gelebte Partnerschaften, durch ehrliches Interesse aneinander und durch verlässliche Freundschaften.“

Den Abschluss des Besuchs bildete am Sonntag das Fête de l’Eau, das Wasserfest. Die Veranstaltung führt die Einwohner von Oyonnax jedes Jahr entlang des Flüsschens Sarsouille durch die Natur bis in die Waldlandschaft von La Brétouze. Entlang des Weges luden kreative, spielerische und informative Mitmachstationen zum Entdecken ein. Musik, Naturerlebnisse und Begegnungen unter freiem Himmel machten die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis. Bei strahlendem Spätsommerwetter mischte sich die Eislinger Delegation unter die zahlreichen Familien und Bürger aus Oyonnax. Gerade diese ungezwungenen Begegnungen abseits offizieller Termine machten deutlich, wie lebendig die Verbindung zwischen beiden Städten ist.

Am Ende des Wochenendes waren sich beide Bürgermeister in einem Punkt einig: Der eigentliche Erfolg einer Städtepartnerschaft lässt sich nicht in Programmpunkten oder offiziellen Reden messen, sondern in den Begegnungen zwischen den Menschen. Der Wunsch beider Stadtoberhäupter war derselbe: Dass sich auch in 25 Jahren junge Menschen aus Eislingen und Oyonnax begegnen, gemeinsam auf den Tribünen von Charles Mathon den ‚Rot-Schwarzen‘ zujubeln und sich bewusst dafür entscheiden, die Freundschaft zwischen ihren Städten weiterzutragen. Denn genau davon lebt Europa – von Menschen, die einander kennenlernen, Vertrauen aufbauen und aus Begegnungen Freundschaften entstehen lassen.

Foto (Bildquelle: Stadt Eislingen): Die Verständigung zwischen den beiden Stadtoberhäuptern klappte auf Anhieb – das wurde auf dem Rugby-Spielfeld im Stadion Charles Mathon beim freundschaftlichen Gerangel um den Ball deutlich.

PM Stadtverwaltung Eislingen

 

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