- Bundesweit Proteste gegen Stellenabbau und Werksschließungen
- Beschäftigte fordern Zukunftsinvestitionen, um die Krise zu überwinden
- Christiane Benner: „Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben.“
Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ haben heute rund 175.000 Beschäftigte gegen Angriffe der Arbeitgeber auf ihre Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Automobilindustrie demonstriert. Sie trafen sich bei rund 280 Aktionen im gesamten Bundesgebiet – auf besonderen, eigens für diesen Tag anberaumten Betriebsversammlungen, bei protestartigen aktiven Mittagspausen, bei Kundgebungen vor den Werkstoren, bei Demonstrationen auf öffentlichen Plätzen und bei ähnlichen Veranstaltungen. Beteiligt waren Beschäftigte aller großen Autohersteller sowie Dutzender großer und kleinerer Zulieferer. Sie kritisierten Angriffe auf ihre Rechte, jahrelanges Missmanagement sowie falsche Krisenkonzepte der Unternehmen und forderten die Arbeitgeber auf: „Stoppt den Kahlschlag und investiert endlich in die Zukunft unserer Werke!“
Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, ruft die Unternehmen zum Umdenken auf:
„Die Managements müssen endlich begreifen: Leute rausschmeißen wird die Wirtschaft nicht retten! Das wird die deutsche Autoindustrie nicht wieder an die Spitze bringen. Das wird nur mit Innovationen und mutigen Investitionen in Produkte, Technologie und Standorte – kurz, in die Zukunft – gelingen. Das ist die Botschaft, die von diesem Tag ausgeht. Ein Weckruf an Arbeitgeber und an die Politik! Die Beschäftigten der Automobilindustrie haben ein beeindruckendes Zeichen gesetzt: Sie sind nicht länger bereit für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben. Ein großer Dank geht an alle Kolleginnen und Kollegen, die heute mit uns für ihre Arbeitsplätze und unser aller Wohlstand protestiert haben!“
Die Automobilindustrie steht unter Druck: Globale Verwerfungen auf den Weltmärkten, neue Konkurrenz, verschleppte Investitionen und Fehlentscheidungen des Managements haben die Branche in eine schwierige Lage gebracht. Die Unternehmen reagieren mit Stellenabbau im großen Stil, Werksschließungen und Verlagerungen ins Ausland. Das verunsichert die Beschäftigten, gefährdet die Zukunft dieser Schlüsselbranche und bedroht den Wohlstand ganzer Regionen.
Die IG Metall drängt darum darauf, die Branche in Deutschland wieder zukunftsfest aufzustellen, indem Unternehmen auf Innovation setzen, in Zukunftsfelder investieren und ihre Strategie an die veränderten Märkte anpassen. Die heftigen Angriffe der Arbeitgeberseite auf Rechte der Beschäftigten wie die 35-Stunden-Woche, Tarifverträge und Mitbestimmung verurteilt die IG Metall als in der Sache falsch, nicht zielführend und ungerecht.
Die IG Metall fordert zudem eine aktive Industriepolitik ein, die die veränderten globalen Rahmenbedingungen ernstnimmt und gegensteuert: Mit gezielter Förderung, wirksamem Handelsschutz und klaren Local-Content-Vorgaben. Darüber hinaus setzt sich die IG Metall dafür ein, dass in den aktuellen Reformbestrebungen der Bundesregierung die Perspektive der Industriebeschäftigten nicht verloren geht. Die Gewerkschaft macht deutlich: Die Rente nach 45 Jahren für langjährig Versicherte sowie die Altersteilzeit im Blockmodell müssen erhalten bleiben.
PM IG Metall