Mehr Ausbildungsverträge: Positiver Trend im Handwerk setzt sich fort

Der positive Trend der vergangenen Wochen bestätigt sich: Zum Ausbildungsstart am 1. September verzeichnet das Handwerk in Baden-Württemberg mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahr. Handwerk BW wertet die Entwicklung als ermutigendes Signal. Gleichzeitig macht der Dachverband deutlich: Damit aus dem positiven Trend eine dauerhafte Entwicklung wird, müssen die berufliche Bildung weiter gestärkt und die angekündigten Maßnahmen der Landesregierung zügig umgesetzt werden.
 
Mit 17.342 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verzeichnet das Handwerk in Baden-Württemberg zum Ausbildungsstart ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Dieser Rückenwind kommt zur richtigen Zeit. Hinter jedem neuen Ausbildungsvertrag steht ein junger Mensch, der sich bewusst für einen Beruf mit Zukunft entscheidet. Das stärkt die Handwerksbetriebe und die Fachkräftebasis des ganzen Landes“, sagt Handwerk-BW-Präsident Rainer Reichhold.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen der Handwerksorganisationen, ihrer Ausbildungsbetriebe sowie vieler Partner in der Berufsorientierung auszahlen. Vor dem Hintergrund eines Arbeitsmarktes, der sich durch Künstliche Intelligenz tiefgreifend verändert und auf dem selbst viele bislang als sicher geltende akademische Berufe unter Druck geraten, gewinnt das Handwerk wieder an Attraktivität. Gleichzeitig bleibt der Ausbildungsmarkt auch nach dem 1. September in Bewegung. Erfahrungsgemäß werden in den kommenden Wochen noch weitere Ausbildungsverträge abgeschlossen. Auch ein späterer Einstieg in die Ausbildung ist weiterhin möglich.
Jetzt nicht nachlassen
Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen für das Handwerk. Zahlreiche Ausbildungsplätze in den Betrieben im Land sind weiterhin unbesetzt.
„Die Entwicklung zeigt, dass sich der Einsatz lohnt. Aber wir sind noch längst nicht am Ziel. Wer den Bedarf an Fachkräften und Betriebsnachfolgern von morgen sichern will, muss heute in gute Berufsorientierung und verlässliche Übergänge von der Schule in den Beruf investieren. Jetzt ist die Landesregierung gefragt, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die berufliche Bildung nachhaltig zu stärken“, so Reichhold.
Handwerk BW erwartet deshalb, dass die im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben jetzt konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört nicht nur die Verdoppelung der Meisterprämie auf 3.000 Euro, um die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung weiter zu stärken, sondern auch ein Modernisierungspakt für die beruflichen Bildungsstätten. Moderne Bildungszentren mit zeitgemäßer Ausstattung sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass das Handwerk seinen Fachkräftenachwuchs auch künftig auf höchstem Niveau ausbilden können.
„Das Handwerk investiert nachweislich in die Fachkräfte von morgen. Jetzt muss die Politik ihren Beitrag leisten“, betont Reichhold. Dazu gehöre auch, die Rahmenbedingungen für die Unterbringung von Auszubildenden im Blockunterricht in einigen Berufen zu klären. „Wer mehr junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen will, darf ihnen beim Besuch der Berufsschule keine zusätzlichen finanziellen Hürden in den Weg stellen. Daher braucht es eine verlässliche Förderung der notwendigen auswärtigen Unterbringung im Blockunterricht“, merkt Reichhold kritisch an. Handwerk BW fordert die Landesregierung deshalb auf, die Rahmenbedingungen rechtssicher, verständlich und über die einzelnen Jahre verlässlich zu definieren.
Ausbildung mit Zukunft
Für junge Menschen bietet das Handwerk hervorragende Perspektiven. Eine hohe Übernahmequote, attraktive Ausbildungsvergütungen sowie vielfältige Karrierewege: vom Meisterbrief über ein Studium bis hin zur Selbstständigkeit – machen die duale Ausbildung zu einer starken Grundlage für das Berufsleben.
„Jeder zusätzliche Ausbildungsvertrag ist ein Gewinn – für den jungen Menschen, für den Betrieb und für unseren Wirtschaftsstandort insgesamt“, so Reichhold.

PM Baden-Württembergischer-Handwerkstag e.V.

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