Göppinger Stolpersteine digital erlebbar: App macht Erinnerungskultur interaktiv und zugänglich

Das Online-Magazin des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ widmet sich aktuell der Göppinger Stolperstein-App und dem Thema der Erinnerungskultur in der Stadt. Im Landkreis erinnern inzwischen mehr als 120 Stolpersteine an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.

Die kleinen Messingtafeln, die vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer in den Gehweg eingelassen sind, wurden vom Künstler Gunter Demnig verlegt und sind seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur. Die Geschichten hinter den Göppinger Stolpersteinen können auch digital entdeckt werden. Mit der App „Ihre Heimat – Stolpersteine im Landkreis Göppingen“ wird die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auf neue Weise erlebbar. Audiobeiträge, Videos und multimediale Inhalte vermitteln die Schicksale der Menschen, an die die Stolpersteine erinnern, und machen Geschichte direkt vor Ort zugänglich.

Die App ergänzt diese Form des Gedenkens um digitale Inhalte. Nutzer können an den jeweiligen Stolpersteinen Audiobeiträge anhören, Animationsfilme ansehen und ausgewählte Biografien erleben. So erhalten die Namen auf den Gedenksteinen ein Gesicht und eine Geschichte.

Die digitalen Inhalte wurden vom Theaterensemble „Eure Formation“ entwickelt. Zahlreiche Bürger aus der Region haben sich als Sprecher beteiligt und den Biografien ihre Stimme verliehen. Dazu verdeutlichen Animationsfilme die Geschichte. Entwickelt wurden auch zwei Augmented-Reality-Videos, in denen Schauspieler auf dem Smartphone-Bildschirm in die echte Welt eingeblendet werden und die Menschen hinter den Stolpersteinen verkörpern.

Aktuell werden digitale Inhalte für noch weitere Stolpersteine erstellt und geführte Touren erprobt. Außerdem entstehen Bildungsangebote und Unterrichtsmaterialien, damit Schulen die App unkompliziert im Unterricht einsetzen können. Ziel des Projekts ist es, insbesondere junge Menschen für die Geschichte ihrer Heimat zu sensibilisieren und einen zeitgemäßen Zugang zur Erinnerungskultur zu schaffen.

Das Projekt wurde im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Stadt Göppingen umgesetzt und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt. Es verbindet historische Bildung mit moderner Technik und leistet damit einen wichtigen Beitrag, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten und demokratische Werte zu stärken.

Die App lädt Interessierte dazu ein, Göppingen und den Landkreis auf einem digitalen Erinnerungsweg zu erkunden und sich mit den persönlichen Lebensgeschichten der Menschen auseinanderzusetzen, deren Namen in den Stolpersteinen bewahrt werden.

PM Stadtverwaltung Göppingen

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