Leider konnte ich beim Derby gegen die Rhein-Neckar-Löwen aufgrund privater Termine nicht zugegen sein, schaute mir das Match jedoch bei DYN im Relive an. Was soll ich sagen, ich war begeistert von der Vorstellung der Grün-Weißen, von der ersten Sekunde an mit einer Körpersprache, die seinesgleichen sucht und die den unbedingten Siegeswillen preisgab. Das Team von Ben Matschke hat sich nach dem Negativlauf im Herbst fantastisch gesteigert und steht derzeit nicht umsonst auf Rang neun der Tabelle.
Diese Steigerung zieht sich durch alle Mannschaftsteile, beginnend mit den Keepern, wobei hier vor allem Julian Bucgele hervorzuheben ist, welcher aus meiner Sicht einen Riesensprung nach vorne gemacht hat. Aber natürlich steht auch Saeveras seinen Mann, allerdings muss man sagen, deshalb wurde er auch verpflichtet. Das Herzstück dieser Mannschaft ist eindeutig die Defensive, die mit den Gislasons, Klöves, Jurmalas sowie Sunnefeldts richtig Beton anrührt, sodass es für die Gegner eminent schwierig ist, dieses Bollwerk zu überwinden. Offensiv zieht Elias Newel seine Fäden, niemals hatte man dran gedacht, dass dieser 21-ährige Jungspund sich innerhalb kurzer Zeit zum Leader entwickelt. Es sind aber nicht nur seine genialen Ideen welche ihn als Regisseur auszeichnen, nein er ist zudem noch sehr torgefährlich. Wenn Newel auf diesem Level weiterspielt, warten demnächst höhere Aufgaben auf ihn. Eine weitere sehr positive Personalie ist Erik Persson. Als er nach Göppingen kam attestierte ich ihm, kein gestandener HBL-Profi zu werden, denn der Schwede wirkte viel zu steif und unbeweglich.
Aber Persson arbeitete an sich und ist heute aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Die Nummer 22 auf dem Trikot ist durch eisenhartes Training zu einer Kante geworden, ausgestattet mit einer wirklich brutalen linken Klebe. Wenn es das Trainerteam schafft in der kommenden Saison auch aus Max Benecke eine solche Kante zu formen, braucht der gemeine Frisch Auf Fan in den nächsten Spielzeiten auf der halbrechten Position keine Sorgenfalten zu haben. Trotz alledem ist der Teamspirit das Herzstück dieser Mannschaft, denn der Einzelne bewegt nichts, selbst wenn er herausragt, denn er ist immer auf seine Mitspieler angewiesen. Bei den Rhein-Neckar-Löwen hat man diese Attribute vermisst, vielleicht aber auch deshalb, weil Trainer Machulla so eine Art Magdeburger System eingeführt hat. Bedeutet im Klartext, dass meist nur Auserwählte ihre Spielzeit bekommen, der Rest wird nur benötigt, falls es nicht nach Masterplan funktionieren sollte. Prägendes Beispiel hierfür ist Basti Heymann, welcher es im Frisch Auf Trikot in die Nationalmannschaft schaffte und heute bei Machulla mehr oder weniger ein Bankdrücker ist. Mir persönlich tut der Junge richtig leid, denn das hat er absolut nicht verdient. Nun ich hoffe mal auf die Gerüchteküche und dieselbe besagt, Basti Heymann läuft in den nächsten Spielzeiten für die TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga auf. Aber dies alles ist nicht das Problem von Frisch Auf, denn die Grün-Weißen haben den Turnaround unter Ben Matschke geschafft.