Göppingen: „Wir lieben und wissen nichts”

Datum/Zeit
Date(s) - 09/03/2015
20:00 - 23:00

Veranstaltungsort
Göppingen - Stadthalle

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Im Rahmen des städtischen Theaterprogramms ist am Montag, 9. März, um 20 Uhr Moritz Rinkes temporeiches Beziehungsstück „Wir lieben und wissen nichts“ in der Stadthalle Göppingen zu sehen. Neben Fernseh- und Bühnenstar Helmut Zierl (Sebastian) spielen Uwe Neumann (Roman) und Sandrine Guiraud (sie hat die Rolle der Magdalena von Teresa Weißbach übernommen) sowie Elisabeth Degen (Hannah).

Zwei Paare treffen sich zum berufsbedingten Wohnungstausch. Karrierefrau Hannah muss als Zen-Coach für Bankmanager nach Zürich; ihr Freund, der sensible Sebastian, soll sie begleiten. In ihre Wohnung ziehen währenddessen die Tier-Therapeutin Magdalena und ihr Mann Roman. Der ist ein nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch noch im All voll vernetzter Alles-Im-Griff-Typ und das genaue Gegenteil von Sebastian, der an der modernen Welt verzweifelt, in der man via PIN-Codes und WLAN-Router zwar Zugang zu allem Möglichen erhält, nur nicht zu sich selbst. In Roman erkennt Sebastian auf Anhieb seinen Erzfeind – im Gegensatz zu Hannah, die Gefallen an seinen Macherqualitäten findet. Umgekehrt wird Magdalena von Sebastians Melancholie magisch angezogen. Diese vier und ihre Beziehungen geraten im Folgenden immer mehr auf Kollisionskurs – bis bereits seit längerem schwelende Krisen aufbrechen. Doch auch am Schluss dieser äußerst komischen Beziehungstragödie sind alle Beteiligten noch gänzlich ohne Passwort für ihr weiteres Leben. Dieses szenische Dynamit kleidet Rinke in geschliffene Dialoge. Für seine Figuren, die er in Anlehnung an Musil Möglichkeits- und Wirklichkeitsmenschen nennt und die er ebenso liebevoll wie gnadenlos zeichnet, ist der Abgrund immer nur einen Schritt entfernt. „Wir lieben und wissen nichts“ war zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen. Die Regie in der Produktion des Euro-Studio Landgraf führte Rüdiger Hentzschel. Moritz Rinke wurde 1967 in Worpswede bei Bremen geboren. Er studierte in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft und arbeitete danach für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit und Theater heute. Als Redakteur bei der Berliner Zeitung Der Tagesspiegel wurde er für seine Reportagen zweimal mit dem Axel-Springer-Preis ausgezeichnet. Seit 1999 schreibt er Theaterstücke. Sein Bühnenstück Republik Vineta wurde 2001 zum besten deutschsprachigen Bühnenstück gewählt und 2006 verfilmt. Für die Nibelungenfestspiele Worms schrieb er eine zeitgerechte Neufassung der Nibelungen, die zwischen 2002 und 2008 mehrmals vor dem Wormser Dom aufgeführt wurde. Rüdiger Hentzschel, geboren 1963 in Karlsruhe, ist Schauspieler und seit 1995 auch als Regisseur und Autor am Theater tätig. Um 19:15 Uhr führt ein Mitglied des Ensembles in die Inszenierung ein. Karten für die Aufführung sind beim ipunkt im Rathaus, Ticket-Service, Hauptstraße 1, Telefon 07161 650-293, und an der Abendkasse erhältlich.

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