„Jugendbeteiligung ist kein ‚Nice-to-have‘ oder ein nettes Projekt für das Schaufenster – sie ist gerade jetzt eine demokratische Notwendigkeit.“ Mit diesem klaren Bekenntnis eröffnete Oberbürgermeister Alex Maier am Montag, 19. Januar, die konstituierende Sitzung des neuen Jugendgremiums. Im Rathaus wurden 21 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren für die kommenden zwei Jahre verpflichtet.
Der Oberbürgermeister wählte ernste Töne, um die Wichtigkeit der jungen Räte zu unterstreichen: Angesichts knapper Kassen und Sparmaßnahmen, die oft Bereiche wie Bildung und Freizeit treffen, sei die Stimme der Jugend unverzichtbar. „Wenn wir im Rathaus entscheiden, ohne euch zu fragen, laufen wir Gefahr, an euren Bedürfnissen vorbeizuplanen“, so Maier. Er appellierte an die 21 Gewählten, ihre Rolle als „Experten und Expertinnen für ihr eigenes Leben“ selbstbewusst wahrzunehmen.
Alex Maier verband den Appell mit einem persönlichen Rückblick. Er erinnerte sich daran, wie er als 25-Jähriger in den Landtag einzog und das Gefühl kenne, als junger Mensch am Entscheidungstisch zu sitzen. Doch er räumte auch ein: „Meine Jugend ist eine Weile her. Eure Lebensrealität im Jahr 2026 ist eine andere.“ Genau deshalb brauche die Stadtverwaltung den unverstellten Blick der neuen Generation.
Dass das Jugendgremium in Göppingen wirkt, zeigt der Blick auf die vergangene Amtszeit. Die scheidenden Mitglieder leisteten Pionierarbeit ohne vorgefertigte Strukturen. In 28 Sitzungen und Workshops erarbeiteten sie sich ihren Platz in der Stadtpolitik. Ein sichtbares Ergebnis: Die Beleuchtung auf dem Bolzplatz nahe des Kinderhauses Villa Regenbogen, die auf einen direkten Antrag des Gremiums zurückgeht. „Das ist Politik zum Anfassen“, lobte das Stadtoberhaupt.
Das neue Team für die Amtszeit 2026/2027 startet mit einer guten Mischung: Sieben Mitglieder bringen als „Wiederholungstäter“ Erfahrung mit, vierzehn sind neu dabei. Auch Schülerinnen und Schüler, die nicht direkt in Göppingen wohnen, aber hier zur Schule gehen, sind vertreten. Per Handschlag und Unterschrift verpflichteten sich die Jugendlichen auf vier Grundsätze: die Interessenvertretung der Jugend, die Förderung der Beteiligung, die Verbesserung der Stadt und die Wahrung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Ihr müsst das Rad nicht neu erfinden, aber ihr könnt es in eure Richtung drehen“, gab Alex Maier dem neuen Gremium mit auf den Weg. Ein großer Antrag der Vorgänger liegt bereits als „Staffelstab“ bereit – die Arbeit kann also sofort beginnen.
Das neue Jugendgremium
Salome Bayer, Joshua Cheng, Falk Daunderer, Lara Fehrle, Juno Fink, Johann Frey, Charlotte Graßhof, Moritz Hagen, Eghosa Iyawe, Elisa Liu, Anton Meinel, Manh Thanh Nguyen, Aarujan Packiyathurai, Alexandra Pittini, Emilia Preisner, Amidia Rahel Tok, Fridolin Reich, Cristina Schliedermann, Alexander Wiechers, Hafsa Yabantas und Saliha Yilmaz.
Foto (Stadt Göppingen): Oberbürgermeister Alex Maier und Erster Bürgermeister Johannes Heberle mit dem neuen Jugendgremium.
PM Stadtverwaltung Göppingen