Aus dem Gemeinderat Hattenhofen: Öffentliche Sitzung vom 21. Oktober 2026

Rathausfassade wird instand gesetzt

Die Gemeinde lässt die Rathausfassade instand setzen. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Vorgesehen sind denkmalgerechte Malerarbeiten am Fachwerk sowie die Ausbesserung von Putz- und Witterungsschäden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2027 ausgeführt werden und rund 47.000 Euro kosten.

Fachplaner Matthias Hotze erläuterte in der Sitzung, dass verputzte Fassaden regelmäßig instand gehalten werden müssen. Ein Intervall von etwa zwölf bis fünfzehn Jahren sei dabei nicht ungewöhnlich. Bei Fachwerkgebäuden stellen insbesondere die Übergänge zwischen Holz und Putz eine Herausforderung dar, da dort durch Bewegungen des Gebäudes Fugen und Risse entstehen können. Die anstehenden Arbeiten waren bereits in der Gebäudekommission besprochen worden.

Grundlage der Maßnahme ist das vorgestellte Leistungsverzeichnis. Das beauftragte Fachbüro übernimmt die beschränkte Ausschreibung und wertet anschließend die Angebote als Grundlage für die Vergabe aus. Die genaue Dauer der Bauarbeiten steht noch nicht fest.

Baugebiet „Im Bäumle“ geht in die Ausschreibung

Mit der einstimmigen Zustimmung zur Ausbauplanung und zur Ausschreibung der Erschließungsarbeiten hat der Gemeinderat einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Baugebiets „Im Bäumle“ beschlossen. Uwe Straub vom Ingenieurbüro VTG Straub stellte die Planung in der Sitzung vor und erläuterte sie vor dem Hintergrund der bisherigen Beratungen und Gutachten.

Als möglicher Beginn der Erschließungsarbeiten wurde das Frühjahr 2027 genannt. Die Bauzeit wird auf etwa ein bis eineinhalb Jahre geschätzt.

Ein Schwerpunkt der Aussprache war die geplante Entwässerungsmulde. Das dort gesammelte Wasser soll grundsätzlich versickern. Aus dem Gremium wurde nachgefragt, ob länger stehendes Wasser die Ansiedlung von Mücken begünstigen könnte. Nach Erläuterung des Planungsbüros ist eine dauerhafte Wasseransammlung jedoch nicht zu erwarten. Ergänzend wurde auf Erfahrungen mit vergleichbaren Gräben im Gemeindegebiet verwiesen, die ebenfalls nur selten über längere Zeit Wasser führen.

Hitzebilanz Sommer 2026: Schatten, Begrünung und Wassernutzung im Blick

Der Gemeinderat befasste sich mit den Auswirkungen sommerlicher Hitze und den Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde. Während Hattenhofen im Hochwasserschutz bereits gut aufgestellt ist, soll der kommunale Hitzeschutz weiter betrachtet werden. Die Verwaltung berichtete hierzu auch über eine Fachveranstaltung der Energieagentur des Landkreises.

Als mögliche Maßnahmen nannte Hauptamtsleiter Norbert Baar zusätzliche Bäume und Begrünung, beschattete Sitzplätze, Trinkwasserangebote sowie Sonnenschutz an öffentlichen Gebäuden wie Schule und Kindergärten. In diesem Zusammenhang wurde auch auf das vorhandene Trinkwasserangebot am Sauerbrunnen hingewiesen.

In der Aussprache wurde besonders die Bedeutung des Baumbestands hervorgehoben. Trotz des Pflegeaufwands und des anfallenden Laubs leisten die rund 700 Bäume auf der Gemarkung einen wichtigen Beitrag zur Verschattung und zum örtlichen Klima.

Ein weiteres Thema war die private Regenwassernutzung. Zisternen können Trinkwasser einsparen und zugleich Regenwasser zurückhalten. Unterschiedlich bewerteten zwei Gemeinderäte den damit verbundenen Wartungsaufwand und die Frage, ob eine Verpflichtung zum Einbau sinnvoll wäre. Eine Zisternenpflicht wurde nicht beschlossen. Für Bauplatzkäufer im Neubaugebiet „Im Bäumle“ ist ein Empfehlungsschreiben zu Maßnahmen wie Regenwassernutzung und Entsiegelung vorgesehen.

Auch die Bewässerung des Sportplatzes und öffentlicher Grünflächen war ein Thema. Dabei ist zwischen einem sparsamen Wasserverbrauch und dem Erhalt der Flächen abzuwägen. Eine Einstellung der Sportplatzbewässerung würde einen deutlich höheren Aufwand zur Wiederherstellung der Rasenfläche nach sich ziehen. Dies zeigt das Beispiel einer Kreisgemeinde, die auf die Bewässerung verzichtet hatte und nun den Sportplatz mit großem Aufwand wiederherstellen muss.

Die allgemeine Wasserversorgung war während der zurückliegenden Hitzeperiode nach Auskunft des Wasserversorgers gewährleistet. Ein Anlass für Beschränkungen der Trinkwassernutzung bestand deshalb nicht. Die Verwaltung machte zugleich deutlich, dass der Hitzeschutz die Gemeinde auch künftig beschäftigen wird. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis.

Bericht aus dem Verwaltungsverband Raum Bad Boll

Bürgermeister Jochen Reutter informierte den Gemeinderat über die jüngste Verbandsversammlung des Verwaltungsverbands Raum Bad Boll. Dort wurde der Haushalt für das Jahr 2027 beschlossen. Außerdem fand die Neuwahl des Verbandsvorsitzes statt. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis.

„Bauturbo“: Vorerst keine eigenen Richtlinien, aber klare Grenzen

Der Gemeinderat befasste sich mit den rechtlichen Grundlagen und der künftigen Anwendung des sogenannten Bauturbos. Dabei handelt es sich um eine bis Ende 2030 befristete Sonderregelung, die den Wohnungsbau abweichend von bisherigen planerischen Festsetzungen oder städtebaulichen Grundsätzen erleichtern soll.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, vorerst keine eigenen Richtlinien zur Anwendung zu erlassen. Gleichzeitig legte das Gremium grundsätzliche räumliche Grenzen fest: Im Außenbereich beziehungsweise am Ortsrand sowie in den beiden Gewerbegebieten sollen über dieses Instrument keine Wohnungen zugelassen werden.

Bekanntgabe nichtöffentlicher Beschlüsse

In der öffentlichen Sitzung wurden drei zuvor nichtöffentlich gefasste Beschlüsse bekannt gegeben:

Ersatz für die zerstörte E-Ladesäule: Als Ersatz wird eine gebrauchte Ladesäule aus einem Nachbarort angeschafft. Die Umsetzung ist für den 2. November vorgesehen.

Wohnmobilstellplatz: Die bisherige Bushaltestelle in der Bruckwiesenstraße wurde in einen Wohnmobilstellplatz umgewandelt.

Rauchverbot am Sauerbrunnenplatz: Ein zusätzliches Hinweisschild soll künftig auf das dort geltende Rauchverbot aufmerksam machen.

„Zukunft.Wohnen Hattenhofen“ erhält Förderung

Die Gemeinde Hattenhofen wurde mit dem Projekt „Zukunft.Wohnen Hattenhofen“ in das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ aufgenommen. Für einen Zeitraum von zwei Jahren erhält die Gemeinde insgesamt 60.296 Euro vom Land.

Gemeinsam mit der Bevölkerung und örtlichen Akteuren soll ein Konzept entwickelt werden, das die Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen verbessert und zugleich zusätzlichen Wohnraum für jüngere Menschen und Familien erschließt. Dabei soll auch das Zusammenleben der Generationen berücksichtigt werden. Das Vorhaben knüpft an Überlegungen an, die bereits im Rahmen einer Klausurtagung erarbeitet wurden.

Bauverfahren während der Sommerpause

Die Verwaltung informierte über drei während der Sommerpause bearbeitete Bauvorhaben:

Stützmauer im Ulmenweg 2: Nach einer Überarbeitung des Bauantrags wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die Genehmigung für das Vorhaben liegt vor.

Dachsanierung und Dachgaube in der Bruckwiesenstraße 52: Das Vorhaben umfasst neben der Dachsanierung und dem Einbau einer Dachgaube auch Solaranlagen und einen Innenumbau. Es entspricht dem Bebauungsplan und ist genehmigt.

Notstromaggregatcontainer in der Dieselstraße 4: Für die Aufstellung des Containers wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. In der Sitzung wurde ergänzend mitgeteilt, dass inzwischen auch die Genehmigung vorliegt.

Geplante Erhöhung der Kreisumlage belastet die Gemeinde

Die Landkreisverwaltung schlägt vor, den Hebesatz der Kreisumlage für das Jahr 2027 von 36,0 auf 42,9 Prozent zu erhöhen. Dies entspricht einem Anstieg um 6,9 Prozentpunkte. Über den Vorschlag muss der Kreistag noch entscheiden.

Mit der Kreisumlage beteiligen sich die kreisangehörigen Städte und Gemeinden an der Finanzierung der Aufgaben des Landkreises. Als wesentliche Belastungen wurden die steigenden Sozialausgaben und das Defizit der Kliniken angesprochen.

In der Sitzung wurde deutlich auf die Folgen für die kommunalen Haushalte hingewiesen. Auch Hattenhofen müsste bei einer Umsetzung zusätzliche Mittel an den Landkreis abführen. Angesichts der ohnehin angespannten finanziellen Situation wurde eine solche Mehrbelastung als auf Dauer schwer tragbar bewertet. Zugleich wurde eine sachliche Auseinandersetzung mit den Ursachen der Finanzierungsprobleme angemahnt.

Glasfaserausbau: Weiteres Vorgehen bleibt offen

Bürgermeister Jochen Reutter informierte darüber, dass die Arbeiten seit Beginn dieses Jahres ruhen und der Ausbau stockt. Dies hängt wohl maßgeblich damit zusammen, dass nach wie vor erheblicher Abstimmungsbedarf zwischen der Deutschen Glasfaser und der mit dem Ausbau beauftragten Tiefbaufirma besteht. Es bleibt daher leider nichts anderes übrig, als die weitere Entwicklung abzuwarten. Sobald hierzu neue Informationen vorliegen, wird die Bevölkerung umgehend informiert.

Fördermittel für die gemeindliche Heckenpflege

Für die gemeindliche Heckenpflege erhält Hattenhofen Fördermittel in Höhe von 8.387,58 Euro. Die Verwaltung informierte den Gemeinderat über den Zuwendungsbescheid.

 

PM Gemeindeverwaltung Hattenhofen

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