Ein langjähriger Schüler der Musikschule Uhingen erzählt von seinem musikalischen Weg, seiner Begeisterung für Musik und davon, wie individuelle Förderung ihn geprägt hat.
Musikalische Entwicklung braucht Zeit. Sie entsteht nicht von heute auf morgen, sondern wächst Schritt für Schritt. Durch regelmäßiges Üben. Durch Ermutigung. Durch Herausforderungen. Und vor allem durch Menschen, die begleiten, Vertrauen schenken und an die Fähigkeiten junger Musikerinnen und Musiker glauben.
Die Musikschule der Stadt Uhingen begleitet viele Kinder und Jugendliche über Jahre hinweg auf ihrem persönlichen musikalischen Weg. Dabei geht es nicht nur darum, ein Instrument zu erlernen. Es geht auch um die besondere Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften, die mit Geduld, persönlicher Unterstützung und individueller Förderung Talente entdecken und weiterentwickeln. Musikunterricht stärkt dabei nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern auch Konzentration, Ausdauer, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, eigene Ziele zu verfolgen.
Ein Beispiel dafür ist der 14-jährige Alper Kabal aus Uhingen der seit 2018 an der Musikschule unterrichtet wird. Begonnen hat seine musikalische Reise in der ersten Klasse mit der Blockflöte. Heute spielt er Klavier, lernt zusätzlich Gitarre, tritt regelmäßig an Musikschulkonzerten, bei städtischen Veranstaltungen und Schulkonzerten auf und hat bereits erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen. Im Interview erzählt er von seinen Anfängen, seinen Erfahrungen und davon, welche Bedeutung Musik, die Begleitung durch seine Lehrkräfte und die Musikschule für seinen persönlichen Weg haben.
„Schon früh wusste ich, dass das Klavier eine besondere Herausforderung ist“
Stadt Uhingen: Wie bist du eigentlich zur Musik gekommen? Und seit wann bist du an der Musikschule?
Alper Kabal: Ich bin seit 2018 an der Musikschule, um Blockflöte zu lernen. 2020, in der vierten Klasse, kam dann das Klavier dazu. Neuerdings habe ich außerdem angefangen, Gitarre zu lernen.
Die ersten Monate meines Klavierunterrichts fanden allerdings während der Corona-Zeit online statt. Das war am Anfang schon eine besondere Herausforderung, sowohl für meinen Klavierlehrer Jaroslaw Wakarecy als auch für mich. Umso mehr habe ich mich gefreut, als der Unterricht später wieder in Präsenz stattfinden konnte.
Spielt Musik denn in deiner Familie eine große Rolle?
Ja. Meine beiden älteren Schwestern haben früher Gitarre gespielt. Meine Eltern dachten deshalb zunächst, dass ich vielleicht auch Gitarre lernen würde. Ich habe mich aber zuerst für die Blockflöte entschieden und später zusätzlich mit dem Klavier angefangen.
Wieso hast du dich für das Klavier entschieden und nicht das Gitarrenspiel gelernt?
Schon früh wusste ich, dass das Klavier als eines der anspruchsvollsten Instrumente gilt. Gerade diese Herausforderung hat mich gereizt und motiviert.
Was gefällt dir am Klavierspielen am meisten?
Dass ich beim Spielen völlig in die Musik eintauchen kann. Ich liebe den Klang des Klaviers und die Gefühle, die ein Musikstück ausdrücken kann. Für mich erzählt jedes Stück seine eigene Geschichte, und genau das macht das Klavierspielen so besonders.
Was bedeutet Musik für dich?
Sehr viel. Beim Musizieren kann ich abschalten, den Alltag für einen Moment vergessen und einfach die Seele baumeln lassen. Musik macht mich fröhlich. Sie hilft mir, zur Ruhe zu kommen, und gehört inzwischen ganz selbstverständlich zu meinem Leben.
Ich besuche das Mörike-Gymnasium in Göppingen. Dort hat Musik einen hohen Stellenwert und es wird sehr viel gemeinsam musiziert – im Unterricht, bei Konzerten und bei verschiedenen musikalischen Projekten. Das fördert meine Freude an der Musik zusätzlich und ich konnte dort bereits viele schöne musikalische Erfahrungen sammeln.
Der Unterricht an der Uhinger Musikschule hat aber nicht nur geholfen, Noten zu lernen, oder?
Nein. Die Musikschule hat mich nicht nur musikalisch geprägt, sondern auch in meiner persönlichen Entwicklung. Durch den Unterricht habe ich gelernt, geduldig zu sein, regelmäßig zu üben, Verantwortung zu übernehmen und auch in schwierigen Situationen dranzubleiben. Außerdem hat sie mein Selbstvertrauen gestärkt, insbesondere durch Auftritte und Wettbewerbe. Dafür bin ich sehr dankbar.
Gibt es ein Musikstück, das du besonders gerne spielst?
Schon lange beeindruckt mich die Fantasie in d-Moll KV 397 von Mozart.
Warum gerade dieses?
Ich finde die Melodien wunderschön und bewundere, wie viele verschiedene Gefühle dieses Werk ausdrückt. Vor Kurzem habe ich begonnen, dieses Stück selbst zu lernen. Das macht mir besonders viel Freude.
Ist es eine One-Man-Show, ein Instrument zu spielen?
Nein, auf gar keinen Fall. Natürlich können wir als Solisten auftreten. Aber genauso gut begleiten wir andere Menschen, beispielsweise Sängerinnen und Sänger, oder lassen zusammen mit anderen Instrumentalisten einen beeindruckenden Klang entstehen. Das habe ich schon oft gemacht. In der Schule begleite ich manchmal spontan Mitschülerinnen und Mitschüler oder den Chor im Musikunterricht am Klavier. Das bereitet mir immer großen Spaß.
Außerdem bin ich schon häufig im Uditorium aufgetreten, sowohl mit dem Klavier als auch mit der Blockflöte. Früher habe ich beim Kandelhock mit unserer Flötengruppe gespielt. Auch bei Sommer- und Winterkonzerten meiner Schule bin ich regelmäßig mit dem Orchester an der Flöte dabei.
Hast du mit deinem Klavierspiel schon einmal eine Veranstaltung außerhalb der Musikschule begleitet?
Ja. Besonders in der Schule durfte ich schon verschiedene Veranstaltungen musikalisch begleiten oder dort auftreten. Diese Auftritte bleiben mir immer in guter Erinnerung, weil ich anderen Menschen mit meiner Musik eine Freude machen kann.
Du hast schon bei „Jugend musiziert“ mitgemacht. Wie war das für dich?
Ich war nur ein wenig aufgeregt. Insgesamt war es aber eine sehr schöne und motivierende Erfahrung. Ich habe drei auswendig gelernte Klavierstücke vorgetragen und einen zweiten Platz erreicht, das war im Jahr 2023. Darauf war ich sehr stolz und ich würde jederzeit wieder teilnehmen.
Besondere Momente bleiben in Erinnerung
Gibt es einen Moment aus dem Musikunterricht, an den du dich besonders gerne erinnerst?
Definitiv: Das war mein erster Klavierauftritt im Uditorium. Sehr gerne erinnere ich mich auch daran, als ich mein erstes größeres Stück – „Fluch der Karibik“ – gelernt habe. Es war ein tolles Gefühl, diese weltweit bekannte Melodie selbst spielen zu können.
Lieber Alper, vielen Dank für deine Zeit!
Gerne! Ich möchte mich aber auch bedanken: Ein großes Dankeschön geht an meine Musiklehrerin Elisabeth Franke, die mich auf der Blockflöte begleitet und meine Freude an der Musik von Anfang an gefördert hat. Ebenso danke ich Frau Birgit Richter für ihre Unterstützung und ihren Unterricht.
Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Klavierlehrer Herrn Jaroslaw Wakarecy. Er begleitet mich seit Jahren mit viel Geduld, großem Engagement und motiviert mich immer wieder, mein Bestes zu geben. Durch seinen Unterricht habe ich mich musikalisch und persönlich sehr weiterentwickelt.
Von Herzen bedanken möchte ich mich außerdem bei meinen Eltern. Sie haben mich von Anfang an unterstützt, mir diesen musikalischen Weg ermöglicht und mich bei jedem Auftritt, Wettbewerb und Konzert ermutigt. Ohne ihre Unterstützung wäre vieles nicht möglich gewesen.
Ebenso möchte ich mich bei die Leiterin der Musikschule, Yvonne Kolberg, herzlich bedanken, dass sie an mich gedacht hat und mir die Möglichkeit gibt, meine Begeisterung für die Musik und die Musikschule mit anderen zu teilen.“
Individuelle Förderung als Schlüssel
Die Geschichte dieses Schülers zeigt, was musikalische Bildung bewirken kann, wenn Kinder und Jugendliche über viele Jahre hinweg individuell begleitet werden. Nicht jedes Talent entwickelt sich im gleichen Tempo und nicht jeder musikalische Weg sieht gleich aus.
Manche Kinder entdecken ihre Begeisterung für Musik sofort, andere brauchen Zeit, Ermutigung und die richtige Begleitung, um ihr Potenzial zu entfalten. Genau darin liegt die besondere Stärke einer Musikschule: Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen, ihre Fähigkeiten zu fördern und sie auf ihrem persönlichen Weg zu unterstützen.
Denn hinter jedem Instrument steckt nicht nur Technik und Übung – sondern ein Mensch mit eigenen Interessen, Stärken und Zielen. Die Aufgabe der Musikschule ist es, diese Entwicklung zu begleiten und jungen Menschen den Raum zu geben, ihre musikalische Persönlichkeit zu entdecken.
Foto (Stadt Uhingen): Vom ersten Ton bis zum eigenen Klang: Alper Kabal (14) wird seit vielen Jahren von der Musikschule auf seinem musikalischen Weg begleitet.
PM Stadtverwaltung Uhingen