Höchstleistung des Handwerksnachwuchs: Im Jubiläumsjahr der Deutschen Meisterschaft im Handwerk ehrte die Handwerkskammer am Freitagabend 62 Kammersiegerinnen und Kammersieger, darunter Nachwuchskräfte aus Zukunftsberufen ebenso wie aus seltenen Traditionsgewerken. Drei von ihnen erhielten zusätzlich den mit jeweils 1.000 Euro dotierten Rotary-Förderpreis.
Mit herausragenden Leistungen in ihren Gesellen- und Abschlussprüfungen haben sich 62 Nachwuchstalente gegen die Konkurrenz ihres Jahrgangs in der Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills auf Kammerebene durchgesetzt. Unter den Ausgezeichneten sind 23 Frauen und 39 Männer aus unterschiedlichsten Gewerken. „Seit 75 Jahren macht die Deutsche Meisterschaft im Handwerk außergewöhnliche Talente sichtbar. Wer sich mit den Besten seines Berufs misst, verlässt seine Komfortzone und wächst daran. Genau diesen Ehrgeiz und diese Leistungsbereitschaft brauchen wir, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern“, sagte Alexander Kotz, Vizepräsident der Arbeitnehmerseite der Handwerkskammer Region Stuttgart, bei der Siegerehrung.
Der Leistungswettbewerb zeigt die Bandbreite der Handwerksberufe: Als Sieger eines Berufs, der derzeit sehr gefragt ist, wurde der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Matthias Bottesch aus Ostfildern ausgezeichnet. Aber auch seltene Berufe sind dieses Jahr dabei: Finn Hösch aus Schlat ist der jahrgangsbeste Seiler der Region, Leontine Externbrink aus Esslingen am Neckar die beste Buchbindergesellin und Theresa Weiler aus Göppingen ist Kammersiegerin der Metallbildner.
„Alle Kammersiegerinnen und -sieger zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig und leistungsstark das moderne Handwerk ist. Und nach der Ausbildung ist noch lange nicht Schluss: Wer mehr möchte, kann den Meistertitel oder den Betriebswirt im Handwerk anstreben. Dann steht auch der Weg in die Selbstständigkeit offen“, betont Alexander Kotz. Wer sich fachlich weiter herausfordern möchte, könne sich außerdem für die internationalen Berufswettbewerbe EuroSkills oder WorldSkills qualifizieren.
75 Jahre DMH-Wettbewerb
Seit 75 Jahren bietet die Deutsche Meisterschaft im Handwerk die Chance, Erfahrungen zu sammeln und das eigene Talent einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Fleischerei-Fachverkäuferin Sandra Thumm aus Filderstadt holte 1994 den Bundessieg in ihrem Gewerk: „Es war einfach toll, sich gegen die anderen Besten in meinem Beruf zu messen“, erinnert sich die Betriebsinhaberin der Metzgerei Thumm heute. „Ich kann es nur jedem jungen Menschen empfehlen, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Man lernt viel über sich selbst und knüpft Kontakte zu Gleichgesinnten. Gerade heute ist das so wichtig wie nie.“ Nun tritt ihr Sohn Manuel Thumm in ihre Fußstapfen: Er wurde dieses Jahr Kammersieger im Fleischer-Handwerk und hat ein klares Ziel: „Ich möchte auch den Bundessieg holen“, erklärt der 21-Jährige.
Rotary-Preisträger erhalten 1.000 Euro
Für sein besonderes Engagement wurde Manuel Thumm am Freitagabend zusätzlich mit dem Rotary-Förderpreis ausgezeichnet. Die 1.000 Euro möchte er für seine Weiterbildung zum Meister nutzen, um langfristig die seit fast 135 Jahren bestehende Metzgerei der Familie in fünfter Generation weiterzuführen.
Auch Modistin Klara Fischer erhielt den Förderpreis. Ausgezeichnet wurde ihr Einsatz für den Erhalt eines seltenen Handwerks, die geplante Meisterqualifikation sowie das Engagement für die Nachwuchsförderung und die Weitergabe traditioneller handwerklicher Fähigkeiten. Dritter Preisträger ist Khalil Ismail. Er ist 2020 aus Syrien nach Deutschland gekommen und hat durch Ehrgeiz, Ausdauer und Eigeninitiative seine Ausbildung zum Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik um ein halbes Jahr verkürzt und im Juli 2026 mit Auszeichnung abgeschlossen. Er engagiert sich für energieeffiziente Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik sowie den fachgerechten Umgang mit umweltbelastenden Stoffen und strebt nach dem Meistertitel die Gründung eines eigenen Handwerksbetriebs an. „Die Geschichten unserer Preisträger zeigen, was das Handwerk ausmacht: Tradition und Innovation, Familiennachfolge und Unternehmensgründung, Integration und Aufstieg durch Leistung. Genau diese Vielfalt macht unsere Branche stark“, resümiert Vizepräsident Alexander Kotz.
Eine Liste aller Kammersiegerinnen und -sieger finden Sie unter www.hwk-stuttgart.de/kammersieger2026
Gerne können wir den Kontakt zu einzelnen Kammersiegerinnen und -siegern vermitteln.
Zum Wettbewerb:
Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk, auch DMH (ehemals PLW, „Profis leisten was“) genannt, findet seit 1951 unter der Federführung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) statt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Meisterschaft zeigt die Exzellenz im Handwerk, soll die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung steigern und junge Handwerkerinnen und Handwerker in ihrer Entwicklung fördern.
Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk ist ein zusammenhängender Wettbewerb. Nach dem Sieg auf Kammerebene können die jungen Handwerkerinnen und Handwerker auf Landes- und dann auf Bundesebene antreten. Die Siegerehrung auf Landesebene findet am 14. November in Stuttgart statt. Die Bundessiegerinnen und Bundessieger werden am 5. Dezember in Berlin gekürt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.hwk-stuttgart.de/dmh
PM Handwerkskammer Region Stuttgart