Vom „Dorfdeppen Sport“ (Stefan Kretschmar) in den kleinen und vermieften Turnhallen zur absoluten Sportart Nummer zwei hinter König Fußball, so hat sich der Handball in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt. Heute sind es moderne, teilweise Multifunktionsarenen in Groß-und mittleren Kleinstädten, in welchen die Stars des kleinen Balles ihrem Sport nachgehen. Vor allem der Drang in die noch jungfräulichen Großstädte um dort Handball zu installieren ist groß, aktuelles Beispiel ist die HG München/Fürstenfeldbruck. Die Bayern, protegiert von den Ex-Nationalspielern Dominik Klein und Steffen Weinhold, sind in der Regionalliga Bayern auf dem besten Weg in die dritte Liga aufzusteigen.
Daher hat Geschäftsführer Gerd Hofele mit seiner Aussage in dem vor geraumer Zeit erschienenen Interview vollkommen recht, wenn er sagt, man muss in Göppingen andere Wege gehen, da man nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten wie beispielsweise in München beziehungsweise die Spitzenvereine der Liga hat. Daher wird der eingeschlagene Weg mit jungen ausbaufähigen Talenten zu arbeiten auch weitergehen, denn bisher ist das Projekt Jugend forscht, doch sehr erfolgreich. Frisch Auf ist mittlerweile aufgrund der eingeschränkten finanziellen Ressourcen zum Ausbildungsverein mutiert, mit der positiven Konsequenz des absoluten Schulterschlusses zwischen Mannschaft und Fans. Wie groß war denn der Aufschrei zu Beginn des Umbruches, als man mit Persson, Jurmala, Hallbäck, Klöve bis auf Gislasson nur unbekannte Akteure verpflichtete. Außer Hallbäck konnten alle anderen in der Anfangsphase ihrer Zeit bei Göppingen nicht überzeugen, aber sie haben sich durchgebissen, sind zu gestandenen Bundesligaspielern geworden und haben dadurch selbstredend das Interesse der zahlungskräftigen Vereine geweckt. Persson nach Melsungen und Klöve nach Flensburg, ergo ist der Aufschrei im grün-weißen Umfeld ist wieder groß, ohne genau zu wissen, wie die Neuen bei Frisch Auf einschlagen werden. Mit dem norwegischen Halbrechten Rückraumspieler Haugstvedt sowie dem dänischen Rechtsaußen Boldsen wurden wieder zwei Talente aus dem schier unglaublichen Reservoir skandinavischer Talente verpflichtet und glaubt man den Buschtrommeln, dann wird auch ein junger, ebenfalls hoch talentierter Isländer namens Adalsteinsson seine Zelte in der nächsten Spielzeit im Schwabenland aufschlagen. Allerdings laufen derzeit auch noch Gespräche mit den aktuellen Spielern wie Sunnefeldt und Hanne, wobei der Schwede wohl die weitaus besseren Karten hat, da Martin Hanne bisher bei Frisch Auf nicht überzeugen konnte. Auf alle Fälle ist der eingeschlagene Weg für Frisch Auf alternativlos und dieser, das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, ist nicht der Schlechteste.