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IHK hat 2018 mehr als 2.800 Gründer beraten – Viele Services helfen gratis bei der Problemlösung

Ihren rund 160.000 Mitgliedsunternehmen bietet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart eine Vielzahl von Services, der Großteil davon ist kostenlos. „Vielen Unternehmen ist die Bandbreite unserer Angebote oft unbekannt und sie wissen nicht, dass sie mit den meisten Problemen bei der IHK Hilfe finden“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Johannes Schmalzl.

Schon bevor ein Unternehmen überhaupt ein solches ist, ist die IHK eine gefragte Anlaufstelle zum Thema Gründung. Im Jahr 2018 führten die IHK-Expertinnen und -Experten rund 2.800 Erstberatungen durch. Mehr als 3.000 Jungunternehmerinnen und -unternehmer haben sich in rund 160 IHK-Veranstaltungen und Netzwerkevents über Gründungsthemen wie Gewerbeanmeldung, Steuern, Geschäftsplan und Versicherungen informiert. Auch mit der kostenfreien Telefonhotline „Servicecenter Existenzgründung“ unterstützt die IHK. Außerdem organisiert sie Sprechtage mit L-Bank und Bürgschaftsbank zu Finanzierung und Förderprogrammen.

Die Gewerbeanmeldungen in der Region Stuttgart gehen laut Statistischem Landesamt in den vergangenen fünf Jahren zurück. Baden-Württemberg liegt im Vergleich der Bundesländer bei den Neugründungen nur im Mittelfeld. Für Region und Land ist es aber wichtig, dass neben etablierten Unternehmen auch eine vitale Gründerszene Impulse für die Wirtschaft vor Ort liefert. Dafür setzt sich die Kammer als Netzwerkplattform und Interessenvertretung ein.

„Wir freuen uns besonders, wenn wir von Gründerinnen und Gründern, die wir beraten haben, später wieder hören“, so Schmalzl. So hat sich Nadine Pollex vor Jahren in der Esslinger Bezirkskammer Unterstützung bei der Gründung ihres Unternehmens Outdoor Cooking Queen (OCQ) geholt. Inzwischen verkauft sie ihre Outdoor-Küchen nach Mittelamerika und nutzt die IHK-Beratungsleistungen zum Thema Export. Denn regelmäßige Änderungen bei den Ausfuhrbedingungen sowie die Beantragung und das korrekte Ausfüllen von Exportdokumenten stellen viele Unternehmen oft vor Schwierigkeiten. Die IHK bietet daher auch persönliche Beratung im Betrieb in unterschiedlicher Form an. So haben die Außenhandelsexperten und -expertinnen der Bezirkskammer Esslingen neue Mitarbeiterinnen bei Greiner Bio-One GmbH in Frickenhausen beim Thema Ursprungszeugnisse und Verzollung unterstützt. Dadurch konnten viele Prozesse im Betrieb verschlankt, umgestellt und vereinfacht werden. Die IHK-Mitgliedsunternehmen können sich aber auch telefonisch oder per E-Mail mit allen Außenwirtschaftsfragen an das „Servicecenter Zoll und Exportkontrolle“ oder das „Servicecenter Internationales Wirtschaftsrecht“ wenden.

Laut aktueller Konjunkturumfrage der IHK treibt die Unternehmen in der Region insbesondere der Fachkräftemangel um (siehe Pressemitteilung Nr. 04/2019). Eine wirksame Strategie dagegen ist die betriebliche Ausbildung. Die IHK unterstützt mit einer Reihe von Angeboten und bringt Unternehmen mit Ausbildungsplatzsuchenden zusammen, zum Beispiel durch direkte Bewerbervermittlung, mit Azubi-Speed-Datings oder mit der IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de). Auch um die Ausbildung immer besser und attraktiver zu machen, ist die IHK mit verschiedenen Projekten aktiv, wie etwa mit den Digiscouts. Das sind Azubis, die in ihren Betrieben nach Digitalisierungsmöglichkeiten suchen, um Prozesse zu vereinfachen, Fehler zu vermeiden und Kosten zu sparen. Die Durchführung eigenständiger Projekte stellt für Lehrlinge eine besondere Wertschätzung dar und steigert somit die Attraktivität eines Unternehmens als Ausbildungsbetrieb. Weiterhin ist die Einstellung von Geflüchteten in Einstiegsqualifizierungen und Ausbildung ein zentrales Beratungsthema bei der Kammer. Im Jahr 2018 starteten mehr als 350 Geflüchtete in der Region in eine Lehre in einem IHK-Beruf, ein deutliches Plus von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein wertvolles und von den Unternehmen gern in Anspruch genommenes Angebot der Kammer ist das Servicecenter Recht. Im letzten Jahr haben die Juristinnen und Juristen der IHK telefonisch, per E-Mail oder im persönlichen Gespräch über 35.000 Anfragen von Mitgliedsunternehmen beantwortet. Vor allem zum Arbeitsrecht, Datenschutzrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Steuer- und Wettbewerbsrecht gibt es viele Fragen. Die Erstberatung ist für die IHK-Mitglieder kostenlos. Im Jahr 2018 hat außerdem die neue EU-Datenschutzgrundverordnung viele Betriebe verunsichert. Die Juristen der IHK haben dazu zahlreiche Informationsveranstaltungen in den Landkreisen gehalten, Orientierungshilfen und Muster-Dokumente erstellt und individuell unterstützt.

PM IHK Region Stuttgart

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