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Göppinger IHK-Unternehmer diskutieren mögliche Vollintegration in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS)

IHK-Bezirkskammerpräsident Martin: „VVS-Beitritt des Kreises Göppingen liegt zum Greifen nahe“

Die Bezirksversammlung der  IHK Region Stuttgart Bezirkskammer Göppingen hat sich jüngst mit den öffentlich gewordenen Verhandlungsergebnissen für einen möglichen Beitritt des Landkreises Göppingen als Vollmitglied in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) befasst. Bezirkskammerpräsident Wolf Martin unterrichtete die IHK-Unternehmer zunächst über den Stand der Gespräche und die finanziellen Auswirkungen. „Der volle Beitritt zum VVS liegt zum Greifen nahe“, betonte Martin. Dem Landkreis sei von Seiten der Region in erheblichem Maße finanziell entgegen gekommen worden. Martin warnte jedoch, dass trotz dieser positiven Nachricht die Entscheidung für eine Vollintegration in den VVS im Kreistag nicht sicher sei. Durch die Mammutprojekte Neubau der Klinik am Eichert und der Sanierung mit dem Teilneubau des Landratsamtes werden die Kreisfinanzen auf lange Zeit stark beansprucht. Nun müsse nach seriösen Lösungen gesucht werden. Er begrüße daher den Vorschlag von Landrat Edgar Wolf, das Thema umfänglich in einem öffentlichen Hearing aufzuarbeiten. Im Kern gehe es nach Ansicht Martins auch darum, welche Rolle der Kreis Göppingen in Zukunft innerhalb der Region Stuttgart spielen möchte. „Ich kann es nicht eindringlich genug formulieren: Die Einbindung des Kreises in den ÖPNV der Region in S-Bahn-Qualität ist für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Kreises ein zentraler Faktor“, so Martin.

In der anschließenden sehr angeregten Diskussion warb auch IHK-Vizepräsident Walter Jerusalem als Vertreter der Industrie eindringlich für einen Beitritt des Kreises in den VVS. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Regionen um unsere Mitarbeiter und die Zukunft wird sich über unsere Erreichbarkeit definieren“, so Jerusalem. Nach dem Meinungsaustausch sahen die Unternehmensvertreter mehr Chancen in dem VVS-Beitritt als mögliche Risiken, wie beispielsweise eine Fachkräfteabwanderung. Die Vollintegration sei der richtige Weg. Mittlerweile pendelten junge Leute aus dem Raum Stuttgart sogar zu attraktiven Arbeitgebern in den Kreis Göppingen. Nicht nur die Standorte direkt an der Bahnlinie dürften profitieren. Hans-Ulrich Kauderer betonte für die Gastronomie, dass gerade im ländlichen Raum die ÖPNV-Verbindungen für Mitarbeiter sehr unattraktiv seien. Mit einer Vollintegration in den VVS sehen die Unternehmer deswegen Chancen, dass gute Querverbindungen innerhalb des Kreises entstehen und diese auch Kreisgrenzen überschreiten. Diese seien für Fachkräfte immer wichtiger. Eine Diskussion wie vor 40 Jahren, die im Kreis Göppingen einen Beitritt letztlich verhindert habe, dürfe sich nicht wiederholen. „Wenn wir jetzt nicht wach werden, verspielen wir unsere Zukunftsfähigkeit“, so der eindringliche Appell von IHK-Ehrenpräsident Günter Schwarz.
PM

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