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Schulart nicht permanent in Frage stellen: Alles braucht seine Zeit, auch die Gemeinschaftsschule

„Kernelemente der Gemeinschaftsschule wie ein längeres gemeinsames Lernen, die individuelle Förderung und die Stärkung der Berufsorientierung haben inzwischen in der einen oder anderen Form an allen Schularten Einzug gehalten“, rief Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold in Erinnerung. Die Diskussion verunsichere Eltern, Schüler und Wirtschaft.

Die Schulart immer wieder in Frage zu stellen und ihr Privilegierung vorzuwerfen, sei kontraproduktiv, äußerte Reichhold sein Unverständnis. In manchen Bereichen sei sogar eher das Gegenteil zu beobachten. Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschulen seien zum Beispiel im Auswahlverfahren der Beruflichen Gymnasien die gleichen Zugangsvoraussetzungen zu ermöglichen wie den Absolventen der Realschule. Ihnen dürfen nicht nur 15 Prozent der Plätze zur Verfügung stehen, um die sie noch dazu mit Schulwechslern von allgemein bildenden Gymnasien konkurrieren müssen.  Nach wie vor fehlten außerdem ausreichend Gymnasiallehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen, um die Schüler auf entsprechendem Leistungsniveau zu unterrichten.

Ob die Schüler den Weg zum Abitur dann tatsächlich einschlagen oder doch eine Berufsausbildung beginnen, sei erst am Ende des Schuljahres zu sehen, sagte Reichhold. Insoweit komme eine Debatte über den Erfolg oder Misserfolg der Gemeinschaftsschulen zur Unzeit. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) setzt sich bereits seit 2001 für das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule ein. Die aktuellen Entwicklungen und die erneute Stärkung der Realschule weckten Befürchtungen, dass das Pendel in der Bildungspolitik wieder zurückschwinge. Letztlich stelle sich die Frage, wo künftig noch der Raum für die Gemeinschaftsschulen bleibt. Reichhold warf der Landesregierung Inkonsequenz in der Umsetzung vor.

PM

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