Planungswettbewerb Zentrum Untere Marktstraße (ZUM) entschieden – Stuttgarter Architekten Harris + Kurrle sollen ihren Entwurf verwirklichen

Die Bahn wird immer wichtiger, über 10.000 Fußgänger pendeln täglich zwischen Bahnhof und Innenstadt, der neue Bahnhofsvorplatz, das ZUM und das Apostel-Areal werden das Gesicht Göppingens merklich verändern. Es entsteht ein ganz neuer, attraktiverer Zugang zur Stadt.

k640_platz1_harriskurrleDie Kreissparkasse Göppingen hat an der Geislinger Straße, Gartenstraße und Marktstraße in Göppingen Grundstücke erworben.  Mit ihrer Projektgesellschaft „ZUM – Zentrum Untere Marktstraße“ entwickelt sie ein repräsentatives Geschäfts- und Wohnquartier in der unteren Fußgängerzone. Dafür wurde ein Planungswettbewerb ausgelobt. Die Jury hat diesen nun entschieden: Einstimmig kürte sie den Entwurf der Architekten Harris + Kurrle aus Stuttgart zum Sieger. „Wir sind mit dem Ergebnis aus städtischer Sicht mehr als zufrieden und freuen uns auf dessen Realisierung“, sagte Helmut Renftle, Baubürgermeister der Stadt Göppingen, bei einem Pressegespräch. Dr. Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender bei der Kreissparkasse Göppingen, ergänzte: „Die gemeinsame Durchführung des Architektenwettbewerbs hat für alle Seiten zu einem guten Ergebnis geführt. Sowohl unsere Vorstellung als Bauherr, als auch die Wünsche der Stadt in Bezug auf die weitere Stadtentwicklung sind berücksichtigt. “ Aus Sicht der Jury hat das Büro Harris + Kurrle die Aufgabenstellung hervorragend umgesetzt. Es galt, einen zusammenhängenden Baukörper zu entwickeln, der zum einen die kleinteilige Umgebungsstruktur östlich des Projektareals sowie zum anderen die großmaßstäbliche Bauweise der Kreissparkassen-Zentrale auf der gegenüberliegenden Seite berücksichtigt. Im Bericht der Jury heißt es: „Der gewählte skulpturale Ansatz schafft den Spagat, mit einem markanten Baukörper und einer differenzierten Höhenentwicklung den unterschiedlichen Anforderungen zu entsprechen. In zeitgemäßer Formensprache wird das Thema Giebelhaus interpretiert.“ Der Entwurf sieht eine durchgehende Bebauung im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss vor. Diese wird im oberen Bereich durch eine Aufsatzbebauung mit hochwertigen Stadthäusern aufgelockert. Die vorgeschlagene Ziegelfassade sorgt für eine hohe Wertigkeit und robuste Langlebigkeit des Gebäudes. Mit Blick auf die Flachdächer sagte Baubürgermeister Renftle: „Dass hier keine Satteldächer zum Einsatz kommen, wie man es vielleicht vermutet hätte, sehen wir an dieser Stelle überhaupt nicht nachteilig. Wir befinden uns hier außerhalb des Innenstadtkerns. Zudem ist die Umgebung mit Finanzamt, Apostelhöfe und Kreissparkasse heute schon von Flachdächern geprägt.“

Tobias Kocherscheidt, Geschäftsführer der mit der Entwicklung und Vermarktung des Projektes beauftragten Fachpartner Gewerbe-Immobilien GmbH, erläuterte: „Für die zukünftigen Bewohner stehen Dachgärten und Terrassen mit optimaler Südausrichtung bereit. Mit nur 17 Wohneinheiten erreichen wir auch ein hohes Maß an Privatsphäre. Zudem stehen jeder Wohneinheit Parkplätze in der Tiefgarage zur Verfügung.“ Insgesamt stehen zukünftig 1.600 m² aufteilbare Ladenfläche, 470 – 1.000 m² Bürofläche sowie 1.500 m² Wohnfläche zur Vermarktung an. In die Ladenflächen sollen Anbieter hochwertiger Sortimente einziehen, Vermietgespräche laufen schon. Es handelt sich hier um eine 1a-Lage, die zunehmend von Anbietern gesucht werden. Da die Wohnungen, teilweise mit Grünterrasse, sehr aufwendig gestaltet werden, liegt auch hier der Kaufpreis im oberen Segment, passend zur Lage.  Während die Wohnungen und Büros veräußert werden sollen, bleiben die Ladenflächen zunächst im Besitz der Projektgesellschaft. Das Investitionsvolumen liegt aufgrund der zurückhaltenden Bebauung bei rund 15 Millionen Euro. Als nächstes soll mit den Architekten des Siegerentwurfs die Planung fortgeschrieben und verfeinert werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Sommer 2017 geplant. Mit der Fertigstellung kann dann analog mit dem Bahnhofsvorplatz in 2019 gerechnet werden. Stadt und private Investoren werden in die drei Bauvorhaben Bahnhofsvorplatz, ZUM und Apostelareal insgesamt rund 200 Millionen Euro investieren.

Eckdaten:

Grundstücksgröße:                        ca. 1.200 m²

UG Tiefgarage:                                 39 Parkplätze sowie Technik- und Nebenräume

EG Ladenfläche:                              ca. 1.000 m² aufteilbare Ladenfläche

  1. OG Laden-/Bürofläche: ca. 1.000 m² aufteilbare Laden- oder Bürofläche
  2. – 4. OG Wohnen: 17 Wohnungen mit insgesamt ca. 1.500 m² (2. Zi., 3-Zi. und 4 Zi.)

 

Jury-Entscheidung:

  1. Rang: Harris + Kurrle Architekten, Stuttgart 2. Rang: Gaus & Knödler Architekten, Göppingen 3. Rang:               Planungsgruppe welz-lorenz-jetter, Göppingen

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