Teach First Deutschland und das Kultusministerium Baden-Württemberg kooperieren verstärkt bei der Auswahl und Ausbildung von Sprachlehrern für Vorbereitungsklassen

Das Kultusministerium Baden-Württemberg und Teach First Deutschland intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich der Sprachförderung. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde aktuell von Kultusminister Andreas Stoch und Teach First Deutschland-Geschäftsführer Ulf Matysiak unterzeichnet.

Andresa Stoch Teach FirstDie hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung und ohne Kenntnisse der deutschen Sprache stellt das Bildungssystem vor erhebliche Herausforderungen. Als Reaktion darauf werden derzeit an Schulen in Baden-Württemberg vermehrt so genannte Vorbereitungs- und VABO-Klassen (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse) eingerichtet, deren Ziel es ist, durch Sprachförderung Schülerinnen und Schülern den Anschluss an die Regelklassen zu ermöglichen.

Entsprechend hoch ist der Bedarf an neuen Lehrkräften für diese Klassen. Ausgehend von der seit 2010 bestehenden Zusammenarbeit zwischen dem Land Baden-Württemberg und Teach First Deutschland wurde jetzt der Kooperationsvertrag verlängert und um einen Schwerpunkt im Bereich der Sprachförderung erweitert. So wird Teach First Deutschland in diesem Jahr nicht nur erneut so genannte Fellows an Schulen schicken, die als Lehrkräfte auf Zeit Schülerinnen und Schüler individuell fördern, sondern auch rund 30 Sprachlehrer für den Unterricht in Vorbereitungs- und VABO-Klassen rekrutieren und fortbilden.

Ulf Matysiak, Geschäftsführer von Teach First Deutschland: „Sprache ist der Schlüssel zu Integration und Chancengerechtigkeit. Wir freuen uns daher sehr über die Erweiterung unserer Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg und darüber, in diesem Jahr mindestens 47 Fellows in ganz Baden-Württemberg einsetzen zu können.“

Kultusminister Andreas Stoch: „Ich freue mich sehr, dass unsere Schulen durch gemeinnützige Partner bei der  Integration junger Flüchtlinge in unser Bildungssystem unterstützt werden.“

Die Sprachlehrer durchlaufen ebenso wie die Fellows vor ihrem Einsatz ein mehrwöchiges Qualifizierungsprogramm und werden während ihres Einsatzes kontinuierlich und professionell begleitet. Der Fokus liegt bei ihnen auf den Kompetenzen zur Sprachförderung und -vermittlung. Neben ihrer Tätigkeit in einer Vorbereitungs- oder VABO-Klasse werden die Sprachlehrer entsprechend der Philosophie von Teach First Deutschland eigenständig verschiedene Projekte mit den Schülerinnen und Schülern konzipieren und durchführen.

Teach First Deutschland befindet sich bereits aktiv im Rekrutierungsprozess für die Sprachlehrer und Fellows. Die Bewerbungsfrist für die Programme ist am 15. April 2016.

Foto: Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Teach First Deutschland und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Ulf Matysiak, Geschäftsführer Teach First Deutschland; Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg (v.l.n.r.) / Copyright: Florian Gleibs

Info: Teach First Deutschland ist eine gemeinnützige Initiative für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssektor. Derzeit bestimmt die soziale Herkunft in Deutschland maßgeblich den Bildungserfolg. Das Projekt schickt engagierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen aller Fachrichtungen, die gezeigt haben, dass sie Verantwortung übernehmen können, für je zwei Jahre an Schulen in sozialen Brennpunkten, um mittelfristig die Leistungen von Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Langfristig engagieren sich ehemalige Fellows aus verschiedenen Positionen in Bildungswesen, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien für Bildungsgerechtigkeit. Das Programm startete 2009 und läuft derzeit an Schulen in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

PM

 

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