Agrarförderung wird ökologischer und gerechter

Bei den Verhandlungen zur Agrarreform auf EU- und Bundesebene über die Förderperiode 2014 bis 2020 stand zu befürchten, dass es zu Nachteilen für die Landwirtschaft kommen könnte. „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – dank dieses Prinzips ist es uns gelungen, Einbußen abzuwenden. Baden-Württemberg stehen in der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 nun sogar mehr EU-Millionen zur Verfügung als in der vergangenen Förderperiode. Dieses Geld setzen wir gezielt ein, um die viel-fältigen Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für Kulturlandschaftspflege, Tierwohl, Natur- und Umweltschutz stärker zu würdigen als jemals zuvor. Eine Landwirtschaft, die sich solche gesellschaftliche Leistungen auf die Fahnen schreibt, hat viele starke Verbündete“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Freitag (20. Februar) beim Kreisbauerntag in Mühlacker (Enzkreis).

Landesregierung stärkt bäuerliche Familienbetriebe

Durch die zunehmende Globalisierung und die Liberalisierung der Handelspolitik hat sich die EU aus der Stützung der Agrarmärkte zurückgezogen. Heute entscheidet die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe über den wirtschaftlichen Erfolg. „Politik kann die Gesetze der Marktwirtschaft nicht außer Kraft setzen. Aber sie kann durch eine kluge und vorausschauende Förderpolitik Landwirtinnen und Landwirten helfen, die Anpassung an veränderte Marktverhältnisse erfolgreich zu meistern. Die grün-rote Landespolitik nimmt dabei vor allem kleine und mittlere Betriebe in den Blick, wie sie für Baden-Württemberg typisch sind“, so der Minister. Kleine und mittlere Betriebe bekommen jetzt einen Zuschlag auf die ersten 46 Hektar. Von dieser Änderung werden in Baden-Württemberg bis 2020 alle Betriebe bis rund 80 Hektar und damit rund 90 Pro-zent der Betriebe profitieren. „Gegen den Bundestrend bekommen viele Familienbetriebe in Baden-Württemberg damit in der neuen Förderperiode sogar mehr Direkt-zahlungen als bisher“, so Bonde. Die Landesregierung hat sich bei der Umsetzung von EU- in Bundesrecht außerdem für gerechte und praktikable Lösungen eingesetzt.

Bäuerliche Familienbetriebe sind der Schlüssel für einen lebendigen Ländlichen Raum in Baden-Württemberg. „Der grün-roten Landesregierung ist es ein besonderes Anliegen, die bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Eine Landwirtschaft, die hochwertige Lebensmittel erzeugt, die schonend mit Natur und Ressourcen umgeht, kann nicht durchindustrialisiert sein wie beispielsweise in Nordamerika, sie muss bäuerlich organisiert sein“, so Bonde. Die Agrarförderung des Landes bietet deshalb flexible Lösungen für unterschiedlichste Bedürfnisse. „Wir helfen den Bäuerinnen und Bauern, wettbewerbsfähige Betriebe aufzubauen, damit sie auf den Agrarmärkten bestehen können. Gleichzeitig geben wir den Bäuerinnen und Bauern einen Aus-gleich für die Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen – Leistungen für Kulturlandschaftspflege, Tierwohl, Natur- und Umweltschutz“, so der Minister. Insgesamt investiert das Land zwei Drittel der Mittel der Zweiten Säule für Ausgleichszahlungen und gut 20 Prozent in die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft sowie in die Schaffung von Arbeitsplätzen im Ländlichen Raum. „Um die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus regionaler Produktion decken zu können, war es uns bei der Neuausrichtung der Förderprogramme auch wichtig, einen Förderschwerpunkt Ökolandbau zu schaffen. Die Landesregierung hat deshalb die Prämien für den Öko-logischen Landbau deutlich erhöht“, sagte Bonde abschließend.

Hintergrundinformationen:

Den MLR-Förderwegweiser finden Sie unter: www.foerderung.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Foerderwegweiser

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